Bademode in Frankreich Cannes verbietet Burkinis am Strand

In Cannes dürfen Frauen am Strand keinen Burkini tragen - das hat der Bürgermeister angeordnet. In einer Zeit mit vielen Terrorangriffen könne die muslimische Kleidung die öffentliche Ordnung stören.

Muslimin im Burkini
REUTERS

Muslimin im Burkini


Cannes hat das Tragen des Burkinis am Strand unter Verweis auf die jüngsten islamistischen Terroranschläge verboten. "Es geht nicht darum, das Tragen religiöser Symbole am Strand zu verbieten, sondern ostentative Kleidung, die auf eine Zugehörigkeit zu terroristischen Bewegungen hinweist, die gegen uns Krieg führen", sagte der Generaldirektor der städtischen Dienste, Thierry Migoule.

Der Burkini bedeckt den ganzen Körper und wird von muslimischen Frauen getragen, die beim Baden einer strengen Auslegung des Islam entsprechen wollen. Der konservative Bürgermeister David Lisnard erließ das Verbot bereits Ende Juli. In dem Dekret heißt es, der Zutritt zum Strand und das Baden sei Menschen verboten, die "keine korrekte Kleidung tragen, die die guten Sitten und die Laizität respektiert sowie die Hygiene- und Sicherheitsregeln achtet".

Laut dem Dekret drohe eine Strandbekleidung, die auf herausfordernde, auffällige Weise eine religiöse Zugehörigkeit bezeuge, "während Frankreich und die religiösen Kultstätten Ziel terroristischer Angriffe sind, zur Störung der öffentlichen Ordnung zu führen". Der Stadtverwaltung zufolge droht bei Verstößen gegen das Verbot eine Geldstrafe von 38 Euro.

In Frankreich ist der Ganzkörperschleier verboten, doch gibt es kein Gesetz gegen das Tragen religiöser Symbole (mehr zum Burka-Verbot lesen Sie hier).

Um den Burkini und muslimische Mode hatte es zuletzt aufgeregte Debatten gegeben. Kürzlich führte eine geplante Schwimmveranstaltung bei Marseille wegen der restriktiven Kleiderordnung zu einer solch heftigen Kontroverse, dass sie abgesagt wurde.

hut/AFP/AP



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