Baby Charlie 350.000 Unterschriften für Behandlung von todkrankem Säugling

Britische Gerichte haben verfügt, dass das todkranke Baby Charlie nicht weiter behandelt werden soll. Die Eltern wehren sich - und bekommen Unterstützung.

Charlies Eltern Connie Yates und Chris Gard mit der Petition
AFP

Charlies Eltern Connie Yates und Chris Gard mit der Petition


350.000 Menschen haben in einer Petition die Ausreise des todkranken britischen Babys Charlie Gard in die USA gefordert. Die Eltern Chris Gard und Connie Yates, begleitet von mehreren Dutzend Unterstützern, präsentierten die Petition am Sonntag vor dem Great-Ormond-Street-Hospital. Dort wird der Junge wegen einer seltenen und sehr schweren Erbkrankheit behandelt.

Unterstützerinnen demonstrieren vor dem Krankenhaus für Charlie
AFP

Unterstützerinnen demonstrieren vor dem Krankenhaus für Charlie

In den USA erhoffen sich die Eltern, dass ihr Sohn durch experimentelle Methoden geheilt werden könnte. Die Klinik hatte am Freitag erklärt, es solle erneut gerichtlich geprüft werden, ob Charlie für die Therapie ins Ausland gebracht werden könne. Grund dafür seien neue Expertenmeinungen. Vor einem Gericht in London soll es am Montag eine Anhörung in dem Fall geben.

Zuvor hatten britische Gerichte in allen Instanzen entschieden, dass die lebenserhaltenden Maßnahmen für Charlie auf Anraten der Ärzte eingestellt werden sollten. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte das bestätigt.

Baby Charlie Gard (undatierte Aufnahme)
Family of Charlie Gard/DPA

Baby Charlie Gard (undatierte Aufnahme)

Der elf Monate alte Charlie hat eine seltene genetische Erkrankung, sein Gehirn ist stark geschädigt. Er muss künstlich beatmet und ernährt werden. Die Ärzte und andere Experten hielten eine Heilung bisher für ausgeschlossen.

Die Eltern Chris Gard und Connie Yates wehrten sich dagegen, ihr Kind sterben zu lassen. Der Fall hatte international Schlagzeilen gemacht, sogar Papst Franziskus und US-Präsident Donald Trump hatten sich dazu geäußert. Mehrere US-Abgeordnete forderten, dem Kind die US-Staatsbürgerschaft zu geben, um seine Ausreise zu ermöglichen.

sun/dpa/AFP

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.