Garten-Ausstellung in Chelsea: Aus Flower Show wird Power Show

Lilien, Orchideen und wie sie alle heißen: Im Londoner Stadtteil Chelsea gibt es wieder allerlei Blüten zu bestaunen. Die Queen ist wieder dabei - doch neben der aristokratischen Prominenz gesellt sich ein neuer Typ unter die zartbeseelten Blumenfreunde: der Geschäftsmann.

Chelsea Flower Show: Baden im Blütenmeer Fotos
REUTERS

London - Es ist eines der gesellschaftlichen Top-Ereignisse im Kalender des britischen Who-is-Who: Bunte Blumengestecke säumen das Gelände neben der Themse, durch die Gärten streifen sorgfältig zurechtgemacht Besucher und nippen am Champagnerglas, sogar die Queen macht der Ausstellung ihre Aufwartung. Es ist wieder Blumenschau im Londoner Stadtteil Chelsea.

Fünf Tage lang öffnet die wichtigste Garten-Ausstellung des Landes jedes Jahr ihre Tore. Längst zieht sie aber nicht mehr nur Vertreter des britischen Königshauses an - auch russische Oligarchen haben die Veranstaltung für sich entdeckt und mischen sich mit Ehefrau und Gefolge unter Prominente, Banker und Unternehmer. Bis zu 750 Pfund kostet ein Ticket für die Eröffnungsgala. Firmen lassen sich das Ganze für ihre Mitarbeiter auch schon an die 200.000 Pfund kosten.

Das Investment lohnt sich offenbar: Das Zusammentreffen in vermögender Runde verspricht nicht nur neuen Gesprächsstoff, sondern auch den ein oder anderen Geschäftsabschluss. Längst ist damit die "Flower Show" schon zur "Power Show" avanciert, wie die Onlineausgabe der britischen Zeitung "Daily Mail" schreibt.

Da erscheint es fast schon als Widerspruch, dass sich die diesjährige 99. Ausgabe der Ausstellung, die jährlich mehr als 150.000 Besucher anlockt, ausgerechnet den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen als Thema gesetzt hat. Hintergrund ist eine Dürre im Südosten Englands, von der auch London betroffen war, und die im Vorfeld der Schau zu einer Wasserbeschränkung geführt hat.

Mit von der Partie ist deshalb auch der leidenschaftliche Umweltschützer und ehemalige Beatles-Schlagzeuger Ringo Starr. Er repräsentiert mit seinem kleinen Garten die Organisation WaterAid, die sich für die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser in Entwicklungsländern einsetzt. "Ich glaube, jeder sollte sauberes Wasser haben und ich bin gerade dabei, meinen Anteil dazu zu leisten", sagt Starr. Ein einflussreiches Publikum für sein Anliegen hat er ja.

vks/Reuters

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Gesellschaft
RSS
alles zum Thema Botanik
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren
  • Zur Startseite