Neues Projekt von chinesischem Millionär Luft in Dosen

Der Multimillionär Chen Guangbiao hatte eine neue Geschäftsidee - er verkauft jetzt frische Luft in Dosen. So möchte er für den Umweltschutz werben. Es ist nicht der erste, nun ja, besondere Einfall des Chinesen.

Chen Guangbiao: Geschäftsmann mit grünem Daumen
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Chen Guangbiao: Geschäftsmann mit grünem Daumen


Hamburg - Da muss man erst einmal tief durchatmen: Chen Guangbiao, ein millionenschwerer Geschäftsmann aus China, verkauft seinen Smog-geplagten Mitmenschen frische Luft. "Wir haben im Tongzhou-Distrikt 1000 Dosen verkauft und haben damit 5000 Yuan (792 Dollar) verdient", sagte er der Zeitung "Global Times".

Wenn man Chen Guangbiao nicht kennt, könnte man sich über seine Idee wundern. Aber eigentlich hat er gar keine andere Wahl, als sich mit allen Mitteln für den Umweltschutz einzusetzen. Denn seit dem vergangenen Jahr lässt er sich offiziell Chen Ditan nennen, was so viel wie "Geringe Kohlendioxidemission" heißt. Der Name verpflichtet. Seine Frau hat nun den Namen "Grün", die Kinder heißen "Umwelt" und "Umweltschutz".

Nachdem er bereits große Summen für verschiedene Projekte spendete und in Peking 2000 Fahrräder verschenkte, bringt er nun also die Luft auf den Markt. Diese wurde in verschiedensten chinesischen Regionen gesammelt und für vier bis fünf Yuan verkauft. Der Gebrauch ist einfach: "Öffne einfach die Dose, trink den Inhalt direkt oder halte deine Nase nah über die Dose, um tief einzuatmen", sagte er der "Global Times".

Die dufte Idee, die es auch schon für Sauerstoff aus Berlin, Paris und New York gab, scheint nicht bei allen gut anzukommen. "Wer garantiert mir, dass die Luft in Shangri-La gesammelt wurde", fragte Shi Tingting aus dem Distrikt Chaoyang der "Global Times" zufolge. Wang Fu, ein Bewohner von Peking, wird mit den Worten zitiert: "Ist die frische Luft besser als die, die wir jeden Tag atmen? Ich würde lieber auf dem Land spazieren gehen, als die Luft zu kaufen."

Chen, dessen Vermögen auf umgerechnet 600 Millionen Euro geschätzt wird, lässt sich davon nicht abschrecken. In einem Interview mit der Zeitung "China Daily" erklärte er im vergangenen Jahr, jeder Mensch habe drei Mütter: die biologische Mutter, das Heimatland und Mutter Erde. Mit dem Luft-in-Dosen-Projekt hilft er nicht nur Mutter Nummer 3. Die Einnahmen will er laut "Global Times" nämlich dem chinesischen Militär zur Verteidigung der mit Japan umkämpften Diaoyu Inseln spenden. Mutter Nummer 2 wird sich freuen.

amp



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