Cholera: Südafrika erklärt Grenzregion zu Katastrophengebiet
Angst vor der Seuche: Südafrika hat das Grenzland zu Simbabwe wegen der dort grassierenden Cholera-Epidemie zum Notstandsgebiet erklärt.
Johannesburg - Besonders schwer betroffen ist die Grenzstadt Musina, die zum Fluchtpunkt für zahlreiche erkrankte Simbabwer auf der Suche nach Hilfe geworden ist. Weil das Gesundheitssystem in ihrem Land fast völlig zusammengebrochen ist, suchen die Menschen Zuflucht in Südafrika.
"Wir müssen deshalb außerordentliche Maßnahmen ergreifen", sagte ein Sprecher der südafrikanischen Provinz Limpopo. Die nahe der Grenze gelegene Vhembe-Region wurde zum Notstandsgebiet erklärt.
Die Regionalregierung erhofft sich dadurch verstärkte Hilfe beim Kampf gegen die Krankheit, hieß es am Donnerstag im nationalen Rundfunk. Bisher seien in der Region 664 Menschen mit Cholera infiziert, acht Menschen seien bisher daran gestorben. Die Gesundheitsbehörde sehe es als zunehmend schwieriger an, mit dem Problem fertig zu werden.
In Simbabwe sind knapp 14.000 Menschen an Cholera erkrankt und rund 750 bereits daran gestorben.
Die USA, Frankreich und Großbritannien hatten wegen der Epidemie dazu aufgerufen, den seit 28 Jahren herrschenden Präsidenten Simbabwes, Robert Mugabe, zum Rücktritt zu drängen. Kenias Regierungschef Raila Odinga sowie der südafrikanische Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu haben gefordert, notfalls auch gewaltsam gegen den 83-jährigen Präsidenten vorzugehen. Er wird für den dramatischen wirtschaftlichen Niedergang Simbabwes verantwortlich gemacht.
ala/Reuters/dpa
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