Unglücksorte Prominenter Letzte Ausfahrt

James Dean, Bonnie und Clyde, Paul Walker - viele Berühmtheiten kamen auf der Straße ums Leben. Christophe Rihet hat die Unglücksorte im Zwielicht fotografiert - eine unheimliche Hommage.

Christophe Rihet

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Am 4. Januar 1960 fährt Albert Camus bei seinem Freund Michel Gallimard im Auto mit - obwohl er bereits eine Bahnkarte nach Paris gekauft hat. Der Schriftsteller bezeichnet sich selbst zwar nicht als Autonarr, doch eine Fahrt in dem dunkelgrünen Sportwagen-Coupé ist verlockend. Gallimard drückt aufs Gas, ein Reifen platzt, der Wagen fährt gegen einen Baum. Camus ist auf der Stelle tot.

Die Unfallstelle hat der Fotograf Christophe Rihet über 50 Jahre später abgelichtet. Und nicht nur die: Für sein Projekt "Crossroads" fotografierte Rihet die Straßen, an denen Prominente starben. Manche der Ereignisse geschahen bereits vor Jahrzehnten, doch viele sind im Gedächtnis haften geblieben, so wie die Ermordung John F. Kennedys oder der Tod von Prinzessin Diana.

Rihet suchte Menschen, die für ihn und seine Generation von Bedeutung waren; Menschen, deren Tod ihn berührte: "Grace Kelly war meine Jugend, Helmut Newton steht für die Zeit, in der ich gerade selbst Fotograf wurde." Er habe ihnen mit seinen Bildern ein eigenes Denkmal geschaffen.

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15  Bilder
Unglücksorte Prominenter: Todesstraßen

Zwischen den Personen gebe es einen roten Faden, so Rihet: "Meiner Meinung nach hatten alle Menschen, die ich ausgesucht habe, einen Hunger nach Freiheit. James Dean beispielsweise suchte danach, und die Geschwindigkeit war sein Weg, das auszudrücken."

Die Fotos zeigen gewöhnliche Orte, doch durch den Tod der Prominenten werden sie mit Bedeutung aufgeladen: ein Tunnel, eine Kurve oder eine Landstraße bekommen in Rihets Fotos einen unheilvollen Charakter. Hinzu kommt das Geheimnisvolle, das manche der Todesfälle bis heute umgibt.

Mehrere Tage hielt sich Rihet jeweils an den Schauplätzen auf, um ein Gefühl für den Ort zu bekommen, mit Menschen zu sprechen, die dort leben. Er fotografierte nachts, während des Sonnenaufgangs und -untergangs. Das Licht sei zu diesen Tageszeiten am besten: "Ich wollte die friedlichsten Farben einfangen, um an die Menschen zu erinnern. Wie eine Hommage."

Die Fotografien spielen mit der Abwesenheit der bekannten Persönlichkeiten, weisen auf diejenigen hin, die nicht mehr da sind. Auch wenn sie an diesem letzten Ort keine oder kaum Spuren hinterlassen haben, bleiben sie doch unvergesslich.


Ausstellung: Road to Death. Les Rencontres d'Arles, bis 24. September 2017



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