Hamburg - Domnica Cemortan, die Blondine, deren Rolle im "Costa Concordia"-Unglück noch immer ungeklärt ist, dementiert nun laut italienischen Zeitungsberichten ihre angebliche Affäre mit Kapitän Francesco Schettino. Und die 25-Jährige behauptet, Opfer einer Schlammschlacht zu sein.
"Ich habe den Staatsanwälten nie gesagt 'Ich liebe Schettino'. Ich würde gerne verstehen, wie so eine Information auftauchen kann. Es heißt, man habe meinen Bikini in Schettinos Kabine gefunden. Aber meine Koffer? Wo sind die? Gibt es da nichts anderes von mir? Keine Hosen, keine Blusen, nichts?", soll Cemortan laut der italienischen Wochenzeitschrift "Oggi" gesagt haben.
Taucher sollen in der Kabine des Kapitäns Gegenstände der jungen Frau gefunden haben. Darunter ein Bikini. Cemortan soll außerdem zugegeben haben, während der Kollision vor der Insel Giglio auf der Kommandobrücke des Kreuzfahrtschiffs gewesen zu sein.
Laut Cemortan ist das Gerede um ihre Person aber vor allem Klatsch und üble Nachrede. Sie übte Kritik an den italienischen Medien, die sie als "Blondine des Kapitäns" und als "Sirene der Costa Concordia" bezeichnet hatten. Auch das Gerücht, Schettino sei der Vater ihres Kindes, dementierte sie. "Wie kann man ausgehend von einem Bikini eine Geschichte konstruieren? Was bringt mich in Verbindung mit diesem Bikini? Steht da mein Name drauf, ein Bild von mir oder meine DNA?", beschwerte sie sich. Sie sei als Passagier mit eigener Kabine und keineswegs als Schettinos Gast an Bord gewesen. "Ich habe noch den Schlüssel der Kabine mit meinem Namen drauf", sagte sie.
"Es sind alles Lügen"
Geht es nach der Moldauerin ist die Liebesgeschichte eine Erfindung, um den Kapitän in Schwierigkeiten zu bringen. "Es sind alles Lügen. Ich bin nicht blöd, diese Nachrichten sind in die Welt gesetzt worden, um den Kapitän unter Druck zu setzten."
Cemortan sagte weiter: "Ihr müsst wissen, ich spreche fünf Sprachen, ich habe sehr gute Abschlüsse in meiner Heimat und in Frankreich, war die Klassenbeste. Und nun stecke ich in diesem Schlamm, ich trau mich kaum noch, in ein Geschäft zu gehen oder meinen Nachbarn in die Augen zu sehen."
Italienischen Zeitungsberichten zufolge gilt die junge Frau den Ermittlern als wichtige Zeugin. Cemortan soll Auskunft darüber geben, wer sich zum Zeitpunkt des Unglücks wo an Bord aufhielt.
Kapitän Schettino steht derzeit unter Hausarrest. Er verbringt den Arrest in seiner Wohnung an der Amalfi-Küste. Er darf die Wohnung nicht verlassen und nur mit seinen engsten Angehörigen kommunizieren. Ihm werden unter anderem fahrlässige Tötung und das vorzeitige Verlassen des Schiffs vorgeworfen. Auch gegen seinen ersten Offizier, Ciro Ambrosio, laufen Ermittlungen. Ambrosio befindet sich aber auf freiem Fuß.
Die "Costa Concordia" war am 13. Januar vor der Insel Giglio mit mehr als 4200 Menschen an Bord auf einen Felsen gelaufen und gekentert. Dabei kamen vermutlich 32 Menschen ums Leben, bisher konnten 17 Tote geborgen werden.
nga/jus/AFP
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