40-Millionen-Fonds der Regierung: DDR-Heimkinder erhalten Entschädigung

Die Betroffenen leiden bis heute: Die Bundesregierung hat beschlossen, ehemalige DDR-Heimkinder für erlittenes Unrecht zu entschädigen. Von den 40 Millionen Euro sollen auch Reha-Maßnahmen und Beratungsstellen finanziert werden.

Berlin - Ehemalige DDR-Heimkinder werden künftig für erlittenes Unrecht in staatlichen Erziehungseinrichtungen aus einem Hilfsfonds entschädigt. Einen entsprechenden Beschluss billigte das Kabinett. Der Fonds mit 40 Millionen Euro wird demnach zum 1. Juli eingerichtet und je zur Hälfte von Bund und Ländern getragen.

Die Vereinbarung hatten Bund und Länder zuvor in einer Arbeitsgruppe erarbeitet. Ein Bericht zur Heimerziehung in der DDR kam demnach zu dem Schluss, dass die Erlebnisse in den Heimen zu massiven Beeinträchtigungen im Leben der Betroffenen geführt haben, die über den Heimaufenthalt hinaus zum Teil noch bis heute nachwirken. Auch litten viele Betroffene an schlechten beruflichen Chancen, Stigmatisierungen und psychischen Traumatisierungen.

Therapieangebote werden den Angaben zufolge schon jetzt zu einem guten Teil von den Krankenkassen und nach dem Opferentschädigungsgesetz gezahlt. Dennoch bleibe so manche therapeutische Aufarbeitung bisher unzureichend. Aus dem Fonds sollen nun individuelle Reha-Maßnahmen und Unterstützungshilfen für ehemalige Heimkinder gezahlt werden, die an Folgeschäden leiden. Auch soll es einmalige Geldleistungen als Ausgleich für die Minderung von Rentenansprüchen aufgrund nicht gezahlter Sozialversicherungsbeiträge geben.

Aus den Mitteln des Fonds sollen auch Anlauf- und Beratungsstellen für ehemalige Heimkinder in den ostdeutschen Bundesländern eingerichtet werden. Anträge auf Zahlungen aus dem Fonds sind bis zum 30. Juni 2016 möglich. Bereits seit Jahresbeginn gibt es einen entsprechenden Fonds für die Opfer von Heimerziehung in den westdeutschen Bundesländern. Er wurde gemeinsam von Bund, Ländern und Kirchen errichtet.

jbr/AFP

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