Beliebteste Vornamen 2017 Angela ist "total aus der Mode"

Der Namensforscher Knud Bielefeld hat herausgefunden, dass Politiker bei der Namensvergabe für Kinder keine Vorbilder sind - Disney-Filme aber schon. Auch für dieses Jahr kürte er die beliebtesten - und wagt eine Prognose für 2027.

Schlafende Neugeborene
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Schlafende Neugeborene


So häufig wurde kein anderer Name vergeben: Ben und Emma führen die Liste der beliebtesten Vornamen in Deutschland an. Das ergab eine Auswertung von rund 27 Prozent der Geburtsmeldungen im Jahr 2017 durch den Hobbynamensforscher Knud Bielefeld. Ben sei schon das siebte Jahr in Folge Spitzenreiter bei den Jungen, bei den Mädchen sei Emma die neue Nummer eins, sagte Bielefeld. Emma hatte die Liste schon 2014 angeführt. Mia war 2016 der beliebteste Mädchenname.

Bielefeld hat nach eigenen Angaben insgesamt 212.942 Geburtsmeldungen aus 633 verschiedenen Quellen in 494 Städten ausgewertet. Darunter sind vor allem Geburtskliniken sowie die Meldungen von zehn Standesämtern.

Die Gruppe der Top Ten ist demnach unverändert, es habe sich nur eine neue Rangfolge ergeben. Als klare Aufsteiger sieht Bielefeld die Vornamen Leni, Ella, Juna und Clara sowie Theo, Matteo, Henry, Milan und Anton. Der Namensforscher gibt aufgrund seiner langjährigen Erhebungen auch eine Prognose für das Jahr 2027: In zehn Jahren werden die Spitzenreiter demnach Oskar und Theo sowie Leni und Emilia lauten.

Hier sind die Top Ten der Jungennamen:
1. Ben
2. Jonas
3. Leon
4. Paul
5. Finn/Fynn
6. Noah
7. Elias
8. Luis/Louis
9. Felix
10. Lucas/Lukas

Und das sind die Top Ten der Mädchennamen:
1. Emma
2. Hannah/Hanna
3. Mia
4. Sophia/Sofia
5. Emilia
6. Lina
7. Anna
8. Marie
9. Mila
10. Lea/Leah.

Vor wenigen Tagen hatte bereits die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden vorläufige Ergebnisse veröffentlicht, die auf einer Stichprobe bei zehn Standesämtern basiert. Ergebnis: Namen mit "E" im Anlaut seien auf dem Vormarsch, Emilia, Emma oder Elisabeth weisen demnach einen Aufwärtstrend auf.

Bei den Jungen seien viele alte Namen auf den vorderen Plätzen: Emil, Jakob, Karl, Anton oder Oscar. Der Wiesbadener Verein stellt seine komplette Auswertung im Frühjahr 2018 vor. Die Auswertung decke 90 Prozent aller vergebenen Vornamen ab - und ist damit vollständiger als die Erhebung des Hobbyforschers Bielefeld.

Unterschied zwischen Nord und Süd

Bei der Etablierung beliebter Vornamen hat er Unterschiede zwischen Nord und Süd festgestellt. Emma und Ida sowie Finn, Pepe und Fiete seien Beispiele aus dem Norden. Über Bayerns Grenzen hinaus sei dagegen Maximilian beliebt, ein süddeutsches Mädchen heiße besonders häufig Sofia/Sophia. Die Namen Karl/Carl und Oskar sowie Frieda würden eher in Ostdeutschland vergeben.

Newcomer können nach wie vor über populäre Filme etabliert werden. Eine Disney-Produktion habe den Mädchennamen Vaiana eingeführt. Er sei 2017 an rund 90 Babys vergeben worden. "Für einen Neueinsteiger ist das Rekord", sagt Bielefeld.

An ungewöhnlichen Mädchennamen fielen dem Forscher auch Lavea, Chidinma, Julita, Marijella, Sabia, Itje, Summerly, Kalinda und Smaragda auf. Jungen wurden mitunter Tommen, Atreyu, Catalin, Apollo, Caruso, Giannis, Albertus, Njörd, Aladdin oder Manfredi genannt.

Horst ist ungewöhnlich

Bundeskanzler oder Politiker haben so gut wie keinen Einfluss auf die Vergabe der Vornamen. Weder Angela noch Merkel - letzterer laut Bielefeld eigentlich ein Vorname - hätten eine Chance. "Angela ist so ein Name wie Helmut, der total aus der Mode ist", sagte der Namensforscher.

Völlig ungewöhnlich ist demnach auch der einst häufige Name Horst. Er wurde 2017 nach Bielefelds Unterlagen nur 19-mal vergeben - als Zweitname. Es brauche etwa 100 Jahre, bis ein Vorname wieder populär werden könne, erklärt der Forscher und verweist auf Paul, Emil, Anton und Emma. Auch Heinrich sei im Kommen.

Der Name Kevin belege Platz 331 der beliebtesten ersten Vornamen. Das findet Bielefeld, der eine App mit dem Namen Kevinometer erstellt hat, ganz erstaunlich: "Ich wundere mich, dass Eltern ihr Kind Kevin nennen, weil der Name dermaßen in Verruf ist." Der häufig mit Kevin in einem Atemzug genannte Mädchenname Chantal sei in Deutschland dagegen kaum verbreitet gewesen. 2017 habe er drei Einträge gefunden, hochgerechnet seien also zehn bis 20 Mädchen Chantal genannt worden.

jpz/dpa



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