Deutschland Kirchen verlieren 660.000 Mitglieder

In Deutschland gibt es immer weniger Katholiken und Protestanten. Hunderttausende Mitglieder traten aus - doch es gibt auch gute Nachrichten für die Kirchen.

Papst Franziskus (Archiv)
DPA

Papst Franziskus (Archiv)


Die beiden großen christlichen Kirchen haben im vergangenen Jahr in Deutschland zusammen rund 660.000 Mitglieder verloren. Nach Angaben der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ging die Zahl der Protestanten 2017 um 390.000 Mitglieder auf 21,5 Millionen zurück. Die Zahl der Katholiken sank nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) um 270.000 auf 23,3 Millionen.

Die Kirchen erklären den Mitgliederschwund vor allem mit dem demografischen Wandel in Deutschland. So starben vergangenes Jahr allein 350 000 Mitglieder der evangelischen Kirche.

Sie sehen aber auch positive Entwicklungen: So blieben Taufen und Eintritte weitgehend stabil. Die Zahl der Kirchenaustritte nahm bei beiden Konfessionen leicht zu. Rund 200.000 Menschen traten 2017 aus der evangelischen Kirche aus, im Jahr zuvor waren es 190.000. Bei den Katholiken traten 2017 rund 167.000 Menschen aus, im Vorjahr 162.000.

Den Grund für den Rückgang sehen Religionssoziologen auch in allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungen. Dazu gehören: zunehmender Wohlstand, Individualisierung, Urbanisierung, vielfältige Freizeitmöglichkeiten, mehr Bildung und mehr Mobilität.

jpz/dpa

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insgesamt 47 Beiträge
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brunosacco 20.07.2018
1. Lärm
Der ADAC hat mehr Mitglieder, trotzdem meinen Bedford Strom & Co noch immer sie müssten überall ihren Senf dazu geben. Wann behandelt der Staat die Kirchen endlich wie jeden anderen e.V. - nichts anderes sind sie!
guayaquil 20.07.2018
2. Rückgangsgründe
Einer der Hauptgründe des Rückgangs bzw. der Austritte ist sicherlich, daß die Menschen allgemein immer mehr erkennen, wie sie von den Kirchen und insbesondere von der katholischen mit dem Gottes-Thema verklappst werden. Viele Eltern lassen deshalb ihre Kinder gar nicht erst taufen und halten sie von den Kirchen fern = gut so!
xcountzerox 20.07.2018
3. Empfehlung
Das Buch von Mihaly Csikszentmihalyi lesen: "Flow. Das Geheimnis des Glücks". Schon 1990 beschrieb er die Gefühlslagen und Bedürfnisse der Menschen. Auch das Phänomen, dass wir Menschen mit steigendem Wohlstand und der Erfüllung unserer angestrebten Ziele nach kurzer Zeit doch nicht dauerhaft glücklich sind. Die Religion ist da auch als Ausweg gut beschrieben. Die ist halt inzwischen für die Mehrheit der Menschen obsolet, egal was sie wegen ihres Umfelds erklären.
larry_lustig 20.07.2018
4. Viel zu viele noch Mitglied...
bei diesen Vereinen... Was bei deren handeln rechtfertigt die Gemeinnützigkeit? Alle acho so sozialen Aufgaben (Kindergärten, Schulden, Krankenhäuser...) etc... werden eh aus Steuern oder Sozialbeiträgen finanziert. Und dafür nehmen sie sich aber Sonderrechte beim Arbeitsrecht raus.... Gerne geben sie mal Kirchenasyl, brechen also offen Recht damit.... Eigene Straftäter werden bis heute noch von ihnen geschützt.... Erkennt den Kirchen endlich die Gemeinnützigkeit ab und lasst sie Steuern zahlen.....
wo_st 20.07.2018
5. Steuern!
Trotzdem zahlt jeder Bundesbürger - ob im Kirchenverein oder nicht - über seine Steuern die Vereinsbeiträge an die Kirche. Nach mehr Austritten, mehr Steuergelder.
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