Bundeskriminalamt Ermittler registrieren deutlich mehr Fälle häuslicher Gewalt

In Deutschland wurde 2017 jeden zweiten bis dritten Tag eine Frau vom Partner oder Ex-Partner getötet. Familienministerin Giffey tritt im SPIEGEL dem Eindruck entgegen, die Fälle beträfen nur bestimmte Milieus: "Das Problem geht durch alle Schichten."

Häusliche Gewalt (Symbolbild)
DPA

Häusliche Gewalt (Symbolbild)


Im Jahr 2017 hat die Polizei wesentlich mehr Opfer von häuslicher Gewalt registriert als im Jahr zuvor. Laut der Kriminalstatistischen Auswertung des Bundeskriminalamts zur Partnerschaftsgewalt wurden im vergangenen Jahr 138.893 Menschen in Deutschland von ihrem Partner oder Ex-Partner misshandelt, gestalkt oder bedroht. Darunter waren 113.965 Frauen, also 82 Prozent. Das berichtet der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte.)

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Heft 47/2018
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Die Zahlen wird Bundesfamilienministerin Franziska Giffey am Dienstag vorstellen. "Das Problem geht durch alle gesellschaftlichen Schichten und alle ethnischen Hintergründe", betont Giffey im Interview mit dem SPIEGEL. Der Anteil deutscher Staatsangehöriger unter den Tatverdächtigen habe bei knapp 68 Prozent gelegen. Die Einzelberichterstattung zeichne oft ein anderes Bild: "Wenn man die Zeitung liest, hat man manchmal das Gefühl, nur Flüchtlinge und Migranten verprügeln und töten ihre Frauen, weil diese Fälle immer ganz groß dargestellt werden."

147 Frauen wurden 2017 von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet, im Schnitt starb jeden zweiten bis dritten Tag eine Frau durch die Hand ihres Partners oder Ex-Partners. "Das ist in einem modernen Land wie Deutschland eine unvorstellbare Größenordnung."

2016 waren rund 109.000 Frauen Opfer von partnerschaftlicher Gewalt geworden. Die Steigerung im vergangenen Jahr erkläre sich vor allem dadurch, dass neue Kategorien in die Statistik aufgenommen wurden, sagt Giffey: "Zum Beispiel Freiheitsberaubung, Zwangsprostitution und Zuhälterei. Rechnet man die heraus, ist der Anteil nahezu stabil."

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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akm/ase



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