Deutschland spricht Guten Tag, ich sehe das anders

Tausende haben am Sonntag diskutiert: Die Aktion "Deutschland spricht" brachte landesweit Menschen zusammen, um über Politik zu reden. Wir haben uns bei fünf Treffen an den Tisch gesetzt.

Alexander Probst

Mehr als 8000 Menschen haben sich am Sonntag an Orten verteilt über ganz Deutschland getroffen, um über Politik zu diskutieren. Menschen, die sich vorher nicht kannten, die von ihrem jeweiligen Gegenüber aber wussten, dass er oder sie bei einigen oder gar vielen Themen eine andere Meinung vertreten.

Die 4235 Paare haben sich über "Deutschland spricht" gefunden. Ist das viel? Schwer zu sagen, eine letztgültige Antwort gibt es nicht. Es ist aber in jedem Fall eine bemerkenswerte Zahl.

Die Teilnehmer haben, um sich anzumelden, ihre Haltung erforscht und sie in Antworten auf Fragen zu politischen Themen wiedergeben müssen. Sollten Innenstädte autofrei sein? Sollte Deutschland seine Grenzen strikter kontrollieren? Sollte Fleisch stärker besteuert werden? Und so fort. Sie haben ihren Namen dazu gesetzt, ihren Beruf angegeben, ihre Hobbys.

Sie haben sich geöffnet für eine Idee, die, wie es Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Sonntag ausdrückte, für viele "ein Wagnis" ist: "Ein echtes Experiment, für ein paar Stunden die Klischees und Komfortzonen, denen wir alle auf unterschiedliche Art und Weise anhängen, hinter uns zu lassen."

Wie ist das Wagnis ausgegangen? Unsere Reporterinnen und Reporter haben sich auf den Weg gemacht und saßen mit am Tisch: In Bayern, in Sachsen, in Schleswig-Holstein, in Nordrhein-Westfalen - und im Zug (dort saßen zwei Herren aus Hessen zusammen). Hier finden Sie die Ergebnisse:

bim

insgesamt 8 Beiträge
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spmc-125536125024537 24.09.2018
1. Tolle Idee, tolle Initiative
ich habe mich spontan angemeldet, nach Zuteilung des Gesprächspartners und Kenntnis seiner Standpunkte aber einen Rückzieher gemacht. Motto: es ist den Aufwand nicht wert, jeder lebt in seiner Filterblase, vergebene Liebesmüh. Nach Lektüre dieses Artikels ärgere ich mich über meine Bequemlichkeit, man muss nicht zusammenkommen, aber man kann sich respektieren. Nur so gehts, die Initiative macht Mut
susanneuser 24.09.2018
2. Was fällt mir auf den ersten Blick auf?
8 Männer und 2 Frauen wurden als Beispielteilnehmer ausgesucht. Ging das nicht paritätisch? Lässt man Frauen mal wieder nur alibimässig mit in einen nicht grad unwichtigen Artikel? Setzen/setz man(n) Männer (sich) mal wieder lauter in Szene und drängen ins "Rampenlicht"? Und jetzt liebe Männer, Flinten raus und Schuss frei über diese unverschämten Frauen , diese Emanzen ;-)
Actionscript 24.09.2018
3. Was mich bei der Berichterstattung bei...
...SPON gestört hat, ist, dass hier einige Details genannt werden wie "blaue Fingernägel", das Rauchen von Zigaretten nicht nur eines der Gesprächspartner sondern auch einer Zugangestellten. Dies sind Dinge, die dem Journalisten aufgefallen sind. Die Gesprächspartner haben aber vielleicht auf ganz andere Dinge geachtet. Der Leser kann einen falschen Eindruck bekommen. Bitte nur die Konversation berichten und nichts Anderes.
quacochicherichi 24.09.2018
4. Kann es sein
Zitat von susanneuser8 Männer und 2 Frauen wurden als Beispielteilnehmer ausgesucht. Ging das nicht paritätisch? Lässt man Frauen mal wieder nur alibimässig mit in einen nicht grad unwichtigen Artikel? Setzen/setz man(n) Männer (sich) mal wieder lauter in Szene und drängen ins "Rampenlicht"? Und jetzt liebe Männer, Flinten raus und Schuss frei über diese unverschämten Frauen , diese Emanzen ;-)
Das sich weitaus weniger Frauen angemeldet haben? Mögliche Gründe wären, dass Frauen weniger streitlustig sind oder Angst hatten, dass die Männer die Gespräche für sexuelle avancen nutzen könnten. Obwohl ich es nicht genau weiss, aber ich habe das Gefühl das auch in diesem Forum die Männer übervertreten sind. Das liegt wohl kaum daran, dass die Beiträge der Frauen nicht veröffentlicht werden. Sie dürfen gern zurückschiessen.
peter.stein 24.09.2018
5. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter..
Zitat von susanneuser8 Männer und 2 Frauen wurden als Beispielteilnehmer ausgesucht. Ging das nicht paritätisch? Lässt man Frauen mal wieder nur alibimässig mit in einen nicht grad unwichtigen Artikel? Setzen/setz man(n) Männer (sich) mal wieder lauter in Szene und drängen ins "Rampenlicht"? Und jetzt liebe Männer, Flinten raus und Schuss frei über diese unverschämten Frauen , diese Emanzen ;-)
Ich sehe 8 Personen, davon eine Frau. Und die war mal ein Mann... Aber des Rätsels Lösung verbirgt sich in einem anderen Artikel zu dem Thema: "Vor allem Männer zeigen sich als streitfreudiger Sparringspartner interessiert. Der Männeranteil bei den Teilnehmenden liegt bei 68,3 Prozent. Frauen sind mit 29,9 Prozent deutlich weniger vertreten, etwa 1,8 Prozent haben ein anderes Geschlecht eingetragen oder machten keine Angaben." Wenn ich jetzt ein unverbesserlicher Chauvinist wäre, würde ich sagen: typisch Frauen: sich erst nicht einbringen, aber dann meckern, dass man unterrepräsentiert ist. Gott sei Dank bin aber keiner.
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