Mysteriöser Dachbodenfund Diepholzer Mumie entpuppt sich als Plastikskelett 

Ein ominöser Dachbodenfund hielt die Staatsanwaltschaft von Verden wochenlang auf Trab. Jetzt kam heraus: Die angebliche Mumie besteht aus einem Plastikskelett - und einem echten Schädel.

Lutz-Wolfgang Kettler

Diepholz - Es wäre auch zu schön gewesen: Auf dem Dachboden seiner Großmutter hatte ein zehnjähriger Junge aus dem niedersächsischen Diepholz einen mumienähnlichen Körper gefunden. Der bandagierte Leib lag in einem aufwendig mit ägyptischen Malereien verzierten, gepolsterten Sarkophag.

Während einige Experten sofort abwinkten und die angebliche Mumie als neuzeitliche Fälschung bezeichneten, blieb ein Spezialist hartnäckig bei der Vermutung, die Überreste könnten 2000 Jahre alt sein.

Man röntgte den Körper, dann wurde er zur Obduktion in die Universitätsklinik von Hamburg geschickt. Jetzt wurde bekannt: Die vermeintliche Mumie ist ein präpariertes Plastikskelett - allerdings mit einem echten Schädel. "Die Mumie ist ausgepackt worden, und man hat relativ schnell gesehen, dass die Inhaltsstoffe nicht altertümlich sind", sagte der Verdener Staatsanwalt Lutz Gaebel.

Der Schädel hingegen scheint echt zu sein. "Es handelt sich vermutlich um einen Präparationsschädel, der zu medizinischen Ausbildungszwecken genutzt wird", so Gaebel. Der Schädel solle nun weiter untersucht werden, ansonsten sei der Fall für die Ermittler nun abgeschlossen. Bei einer in dem Kopf steckenden Pfeilspitze handele es sich um ein Kinderspielzeug.

Dass der Fall nicht schon bei einer Computertomografie geklärt worden sei, sei darauf zurückzuführen, dass das Plastikskelett wohl mit einer noch unbekannten Substanz besprüht wurde. Rechtsmediziner hatten bei der Untersuchung die Knochen entdeckt, laut Gaebel aber nicht erkannt, dass sie aus Plastik waren. Noch Anfang September hatte der Staatsanwalt selbst gesagt: "Nach ersten Untersuchungen gibt es Hinweise, dass die Mumie 2000 Jahre alt ist."

Wie die schwere Holzkiste mit den Knochen auf den Dachboden in Diepholz kam, ist noch unklar. Besitzer ist der Diepholzer Zahnarzt Lutz-Wolfgang Kettler. Er vermutet, sein Großvater könne das Skelett in den fünfziger Jahren von einer Reise aus Nordafrika mitgebracht haben.

ala/dpa



insgesamt 45 Beiträge
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tutnet 25.09.2013
1. Unser eins kauft einen Teppich,
aber der Großvater hatte offensichtlich mehr Geld. Da wurde ihm unter großer Geheimhaltung eine 'echte Mumie' angeboten, die dann eiligst hergestellt und in reichverzierter Kiste geliefert wurde...
deja_vu 25.09.2013
2. plastik im computertomographen...
lediglich peinlich für die radiologen, die das skelett untersucht haben... struktur und dichte der "knochen" sollten doch aufhorchen lassen; provinzposse?
dschinn1001 25.09.2013
3. ungelöstes Rätsel ...
... hatten die alten Ägypter schon vor 3.000 Jahren Tupperware ?
themistokles 25.09.2013
4.
Zitat von sysopLutz-Wolfgang KettlerEin ominöser Dachbodenfund hielt die Staatsanwaltschaft von Verden wochenlang auf Trab. Jetzt kam heraus: Die angebliche Mumie besteht aus einem Plastikskelett - und einem echten Schädel. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/diepholzer-mumie-ist-nur-ein-plastikskelett-a-924350.html
Was für ein "Spezialist" war das denn? Schon ein Blinder sieht doch, dass die Kiste mit der Mumie nicht alt ist. Und schon gar nicht die Mumie an sich, die aber auch gar nichts mit den Verbandagierungs- und Einbalsamierungstechniken der Ägypter zu tun hat. Der Fall war allenfalls für Kriminologen interessant, wenn wirklich ein echter Mensch darinen gewesen wäre. Aus Ägyptologen- Sicht sicherlich nicht. Übrigens: Kann man eigentlich nicht schon auf dem CT/ MRT/ Röntgenbild erkenne, dass die "Knochen" nicht die spezifische Dichte von echten Menschenknochen haben?!?
docmcchris 25.09.2013
5. Däniken hatte recht...
... es ist ein tatsächlich ein Mischwesen... und muss getrennt werden... nur das Skelett darf in den gelben Sack...
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