Hubschrauber über Grundschule 200 Kinder mit Insektengift besprüht

Es ging eigentlich um eine Raupe namens Eichenprozessionsspinner - doch dann wurden auch die falschen getroffen: Im nordrhein-westfälischen Dorsten hat eine Hubschrauberbesatzung Insektengift über einem Schulhof versprüht. Mindestens 15 Kinder mussten im Krankenhaus behandelt werden.


Recklinghausen/Dorsten - Bei einem Hubschraubereinsatz im Kampf gegen Eichenprozessionsspinner sind im nordrhein-westfälischen Dorsten mehr als 200 Grundschüler mit Insektengift besprüht worden.

Alle betroffenen Kinder wurden abgeduscht und in der Sporthalle der Schule betreut. Laut einem Feuerwehrsprecher mussten mindestens 15 Schüler in Krankenhäusern behandelt werden. Sie litten unter Augen- und Hautreizungen.

Laut der Polizei von Recklinghausen ist das Spritzmittel für Menschen unschädlich. Reizungen der Haut könnten aber nicht ausgeschlossen werden. Die Stadt hatte zwar vorab über die Aktion informiert und die Bevölkerung aufgefordert, bei den Hubschraubereinsätzen nicht ins Freie zu gehen. Allerdings war die Aktion auf der Website der Stadt für Donnerstag angekündigt. Laut der Nachrichtenagentur dpa ist der Hubschrauberflug wegen des schlechten Wetters verschoben worden.

Die Stadt Dorsten war bisher nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Die Polizei in Recklinghausen hat Ermittlungen aufgenommen. Es bestehe der Verdacht auf fahrlässige gefährliche Körperverletzung, sagte ein Sprecher. Ob die Reizungen bei den Schülern durch das Insektengift oder durch vom Hubschrauber aufgewirbelte Härchen der Raupen entstanden sind, ist noch unklar.

hut/dpa



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