Hamburg - Bei Krawallen nach einem Spiel zwischen zwei rivalisierenden ägyptischen Clubs sind viele Menschen ums Leben gekommen. Das berichtet das Staatsfernsehen am Mittwochabend. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums bezifferte die Zahl der Toten mit 73 und bestätigte damit Krankenhausangaben. Zudem seien nach offiziellen Angaben mehr als tausend Menschen verletzt worden.
Fans des ägyptischen Teams al-Masry waren Sekunden nach Ende des Spiels auf das Feld gelaufen und hatten Spieler und Fans des gegnerischen Clubs al-Ahly attackiert. Ein Videomitschnitt zeigt Rangeleien und Menschen in Panik. Einige entzündeten Feuerwerkskörper. Zu sehen sind auch Sicherheitskräfte, die den Krawallen hilflos zuschauen. Die meisten der Opfer sollen erdrückt worden oder durch Kopfverletzungen ums Leben gekommen sein.
Port Said liegt im Nordosten Ägyptens. Es ist eine der wichtigsten Hafen-Metropolen des Landes. Von der Hauptstadt Kairo, aus der das Gästeteam stammt, ist Port Said etwas mehr als 200 Kilometer entfernt.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, habe die ägyptische Armee mittlerweile Hubschrauber nach Port Said geschickt, um Spieler und Fans in Sicherheit zu bringen.
Beide Teams prägt eine langjährige Rivalität
Al-Ahly ist der erfolgreichste Verein in der ägyptischen Liga. Das Team sicherte sich in den vergangenen sieben Jahren den Titel. In der Winterpause absolvierte Bayern München ein Testspiel gegen das Team aus Kairo.
Die beiden Vereine sind seit Jahren verfeindet, immer wieder habe es zwischen den beiden Fanlagern Ausschreitungen gegeben, berichtet die BBC. Das Spiel in Port Said war bereits vor Beginn von regionalen Zeitungen als "Treffen der Vergeltung" bezeichnet worden.
Der harte Fan-Kern beider Clubs gelte als gewaltbereit, berichtet ein Korrespondent des Fernsehsenders. Die Anhänger von al-Ahly seien auch während der politischen Konfrontationen und der Demonstrationen auf dem Tahrir-Platz stark aktiv gewesen. Das Match am Mittwochabend endete überraschend 3:1 für den Außenseiter al-Masry.
Wie der Fernsehsender al-Dschasira berichtet, ist es seit der Revolution bereits bei mehreren Fußballspielen zu Ausschreitungen gekommen. Kurz nach der Eskalation in Port Said kam es auch in einem Stadion in Kairo zu Krawallen. Das Spiel zwischen al-Ismailiya und Zamalek wurde aufgrund der Ereignisse in Port Said abgesagt. Das Staatsfernsehen zeigte Bilder, auf denen wütende Fans gegen die Absage protestierten. Auch ein Feuer soll dort ausgebrochen sein.
bka/sid/dpa/AP/Reuters/dapd
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