Am Pegida-Jahrestag 10.000 Menschen demonstrieren in Dresden für Toleranz

Am Sonntag beging Pegida in Dresden ihren vierten Jahrestag - doch Tausende hielten dagegen. Sie demonstrierten parallel für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit.

Teilnehmer der Demonstration in Dresden
ALEXANDER BECHER/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Teilnehmer der Demonstration in Dresden


Am Sonntag sind in Dresden Tausende Menschen für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit auf die Straße gegangen. Nach Angaben von Polizei und Veranstaltern beteiligten sich bis zum Nachmittag rund 10.000 an der Veranstaltung.

Verschiedene Bündnisse, Gewerkschaften und Vereine hatten unter dem Motto "Herz statt Hetze" zur Gegenwehr gegen die islamfeindliche Pegida-Bewegung aufgerufen. Diese beging am Sonntag ihren vierten Jahrestag.

In den Zug der Demonstranten von "Herz statt Hetze" hatten sich auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), sein Vize Martin Dulig und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (beide SPD) eingereiht.

Rund 5000 Menschen bei Pegida-Technoparade

Kretschmer zeigte sich angesichts der Menschenmassen erfreut. "Das macht Mut, das ist ein wichtiges Signal", sagte er. Es habe zu lange gedauert, den richtigen Umgang mit ausländerfeindlichen Parolen zu finden. Es gelte, mit Anstand aufeinander zuzugehen und miteinander zu reden.

Dulig forderte, für Menschlichkeit und Demokratie zu kämpfen. "Wir brauchen einen Alltag der Kultur des Widerspruchs im Land", sagte er. Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) mahnte, dass Pegida nicht mehr nur die Unzufriedenen seien, sondern Rechte anziehe und diese verstärke.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) bezeichnete das vierjährige Bestehen von Pegida als "traurigen Tag für unser Land". Es sei aber kein Tag, um "die Hände in den Schoß zu legen", schrieb Maas auf Twitter. Es sei "super", dass die Menschen in Dresden gegen Pegida demonstrierten.

Zur Demonstration von Pegida kamen nach Berichten von Augenzeugen etwa 5000 Menschen. Die Polizei wollte noch keine Zahlen nennen. Bis zum Nachmittag ereigneten sich demnach keine nennenswerten Zwischenfälle.

Für größeres Aufsehen sorgte Pegida zuletzt in Chemnitz, wo die Gruppe gemeinsam mit der AfD nach dem Tod eines jungen Mannes einen "Schweigemarsch" veranstaltete.

irb/AFP/dpa



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