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Drogenkrieg in Mexiko: Hart an der Grenze

Von Vivian Alterauge

Bildband zu Drogen und Kriminalität in Mexiko: Hart an der Grenze Fotos
Kehrer Verlag/ Eros Hoagland

Mexikos brutaler Drogenkrieg reibt das Land auf. Die Menschen verändern sich, selbst der Landschaft meint man die Spuren der Gewalt ansehen zu können. Eros Hoagland hat die Grenzregion im Norden fotografiert.

Anfangs wollte Eros Hoagland nur Kuriositäten fotografieren. Diese merkwürdige Schönheit der Region einfangen. Ein Fußballspiel auf einem Sandplatz, die Statue einer nackten Frau, versteckt in einer Schlucht am Flughafen. 2005 war das, die Auftaktphase zu einem Langzeitprojekt in der Grenzregion zwischen den USA und Mexiko.

Zu Beginn stellte Hoagland sein Auto morgens auf der US-Seite ab und ging zu Fuß nach Mexiko. Er wollte das Leben, den Alltag dokumentieren, nicht den Konflikt. Straßenhändler, die surfende Affen und Jimi-Hendrix-Poster verkauften. Oder Touristen, die auf Eseln ritten. Die Tiere waren mit einem Zebramuster bemalt.

Doch ein, zwei Jahre später verschob sich der Fokus seines Projektes: Die Gegend begann sich zu ändern.

In dieser Zeit begann der Staat, gegen die Drogenkartelle in der Grenzregion vorzugehen. Drogenhandel und Auseinandersetzungen gab es schon zuvor. Doch nun konnte Hoagland beobachten, wie der Konflikt zwischen Drogenkartellen, Polizisten, Militär und Bürgern zusehends eskalierte. Gleichzeitig wurde es immer herausfordernder, Gut von Böse zu unterscheiden.

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Kehrer Verlag/ Eros Hoagland

Polizeieinsatz in Tijuana: Kampf gegen Kriminelle auch in den eigenen Reihen

Zuschauer wurden zu Teilnehmern; Menschen wurden entführt, umgebracht; Drogenkartelle krochen von der Grenze beinahe ins ganze Land hinein. Medien aus verschiedenen Ländern baten Hoagland, dies zu dokumentieren. Schließlich kannte er die Region, er war mittendrin, hatte Kontakte. Und Erfahrung: Seit zwei Jahrzehnten arbeitet Hoagland als Krisenfotograf.

1993 begann er in Kriegsgebieten zu fotografieren. Zunächst ging er nach El Salvador, dorthin, wo sein Vater, ebenfalls Kriegsfotograf, bei einer Recherche getötet wurde. Es folgten unzählige Reisen mitten hinein in die Krisen dieser Welt.

2005 dann nahm er sich Mexiko vor. Es sollten acht Jahre folgen, in der er die Region und den kaum durchdringbaren Konflikt weiter beobachtete. Und seine eigene Geschichte von dort erzählen wollte. 2010 zog er nach Tijuana, um zu sehen, welche Puzzleteilchen ihm zu seinem Fotoprojekt noch fehlten.

Nun ist ein Bildband seines Projekts veröffentlicht worden, mit dem Titel "Reckoning at the Frontier", Abrechnung an der Grenze. Reportagebilder mischen sich mit Dokumentarfotografie. Dazu schrieb ein befreundeter Journalist poetische Kleintexte. Es scheint, als blättere man zwischen Jahrzehnten hin und her. Zwischen Gewalt und Weite, zwischen Melancholie und kalter Realität.

Sehen Sie hier eine Auswahl der Bilder und lesen Sie, was Hoagland zu seiner Arbeit sagt.

Interaktive Grafik
Sie kämpfen um die Macht und das Geld - mit brutalsten Mitteln: In Mexiko haben Drogenkartelle dem Staat und ihren Rivalen den Krieg erklärt. SPIEGEL ONLINE zeigt, welche Syndikate welche Regionen kontrollieren, und erklärt, wer die Hintermänner sind.

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Fläche: 1.964.375 km²

Bevölkerung: 122,273 Mio.

Hauptstadt: Mexiko-Stadt

Staats- und Regierungschef: Enrique Peña Nieto

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