Kollision mit Passagierjet Pilotenvereinigung fordert neue Regeln für Drohnen

Während des Landeanflugs auf den Londoner Flughafen Heathrow soll eine Drohne eine Passagiermaschine getroffen haben. Britische Experten fordern nun schärfere Gesetze.

Maschine im Anflug auf London Heathrow
REUTERS

Maschine im Anflug auf London Heathrow


Britische Experten haben nach dem mutmaßlichen Zusammenstoß zwischen einer Drohne und einem Passagierflugzeug am Londoner Flughafen Heathrow strengere Regeln gefordert. "Angesichts der großen Zahl an Drohnen, die von Amateuren gesteuert werden, war es nur eine Frage der Zeit, bis es zu einem Zusammenstoß kommen würde", sagte Steve Landells, Flugsicherheitsexperte der Pilotenvereinigung von British Airways .

Eine bessere Aufklärung der Drohnenpiloten und strengere Regeln seien notwendig, um die Sicherheit am Himmel zu gewährleisten. Drohnen-Piloten verstünden oft nur wenig von den Risiken und Regeln ihres Hobbys und müssten besser aufgeklärt werden.

Ein Pilot von British Airways hatte berichtet, seine Maschine sei beim Landeanflug auf den Londoner Flughafen Heathrow mit einer Drohne zusammengestoßen . Der Airbus A320 mit 137 Menschen an Bord konnte sicher gelandet werden und wurde nach einer Überprüfung für den nächsten Flug freigegeben. Die Maschine war aus Genf gekommen. Die Polizei ermittelt, zu Details wollte sie sich vorerst nicht äußern.

Dutzende Vorfälle in Großbritannien in einem Jahr

Sollte sich der Vorfall bestätigen, wäre das die erste Kollision einer Drohne mit einem Flugzeug in Großbritannien , wie die nationale Behörde für Flugsicherheit (UKAB) mitteilte. Dass der Verursacher der Kollision gefasst wird, ist unwahrscheinlich. Der Chefingenieur des britischen Drohnenherstellers "Drone Operations" sagte der Nachrichtenagentur PA: "Es gibt keine Chance, den Piloten zu erwischen, weil Drohnen nicht registriert werden müssen."

Der britische Verkehrsminister hatte zuvor mitgeteilt, die Regierung erwäge, eine verpflichtende Registrierung von unbemannten Flugobjekten einzuführen. Bislang dürfen Drohnen in Großbritannien bis zu einer Höhe von 365 Metern fliegen; von Flugzeugen, Hubschraubern, Flughäfen und Landeplätzen müssen sie aber ferngehalten werden. Dem Ministerium zufolge wird auch über "geo fencing" nachgedacht, eine Technologie, die das Eindringen von Drohnen in den Luftraum über bestimmten Gebiete automatisch melden soll.

Immer wieder ist es in den vergangenen Monaten zu Beinahezusammenstößen zwischen Drohnen mit Verkehrsflugzeugen gekommen. Allein für den deutschen Luftraum berichtet die Deutsche Flugsicherung (DFS) von zwölf Drohnensichtungen durch Piloten in den vergangenen 15 Monaten. Einem Bericht der britischen Flugsicherungsbehörde zufolge kam es 2016 zu 40 Beinahe-Zusammenstößen zwischen Drohnen und Flugzeugen. Die US-amerikanische Behörde FAA spricht sogar von Hunderten Zwischenfällen.

"Die überwiegende Zahl von Drohnen wird von Laien betrieben, die oft keinerlei Vorstellung vom Luftverkehr haben oder die Risiken grob unterschätzen oder sogar negieren", klagt die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit . Um im Notfall Drohnen vom Himmel zu holen, experimentiert die niederländische Polizei auch mit Raubvögeln, die die Hobby-Fluggeräte im freien Flug abfangen sollen .

Video: Adler jagt im Polizeiversuch eine Drohne

YouTube/Politie

apr/dpa



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smartphone 18.04.2016
1. Falscher Ansatz
Es gibt Problemautofahrer , Motorradraser , PLL-A Flieger, die (geistige) Tiefflieger sind udnnatürlich auch HobbyPhantomflieger .... Mit größter Wahrscheinlichkeit kann davon ausgegangen werden ,daß die sog PROFI-Kameramulticopterflieger eben NICHT in der Einflugschneise rumschwirren usw. zudem hier in Deutschland deren Flughöhe (schwachsinnigerweise) auf 100m limitiert ist und der Hobbyflieger bis zu 2500ft hoch ( was btw auch völlig in Ordnung ist . .... Es wäre also sehr sinnvoll zu überlegen , WEN man hier fordert ...Es wäre also wesentlich sinnvoller die lauten Privatflieger über 600m zu belassen
blackbirdone 18.04.2016
2. Beweise ?
Eine Drohne von einem Vogel zu unterscheiden, beim Landeanflug durch minifenster in Bruchteilen von Sekunden halte ich für gewagt.
cm1 18.04.2016
3. Völlig unsinnig
Warum sollte eine Privatperson eine Drohne durch die Luft fliegen lassen? Für andere potentiell gefährliche "Hobbies" (Waffen, gefährliche Hunde) gibt es Regeln inkl. Registrierung. Für Film, Forschung und einige andere Zwecke sollte es Genehmigungen geben, aber viele andere Zwecke fallen mir nicht ein.
jozu2 18.04.2016
4. Wie immer
Das erste Automobil konnte einfach von irgendjemanden auf der öffentlichen Straße gefahren werden - war auch kein Problem. Dann wurde es immer mehr Autos und es wurden technische Zulassungsverfahren und Führerscheine notwendig. Genauso wird es mit den Drohnen kommen (müssen). Kein Grund zur Aufregung - außer für diejenigen, die einen billigen Spaß mit Drohnen haben möchten und sich wenig um mögliche Gefährdungen kümmern.
heinrichzim 18.04.2016
5. Geld macherei
Wo die Verkaufer Geld machen können machen sie es. Ob Lasergeraet zum Blenden ob Drohnen ob Waffen alles alles wir portiert, legal oder dann illegal
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