Dschungelcamp "Ich hab' mein Hirn ausgeschaltet"

Tag elf im australischen Dschungel: Mies aufgelegte Moderatoren und zickige Kandidaten ließen Schlimmes vermuten - doch dann, die große Emotion: Giulia Siegel geriet in die Psychokrise, Nico Schwanz verlor im Kampf mit Mehlwürmern sein Gehirn.


Köln - Was war bloß mit den Moderatoren los? Blass und im lilafarbenen Büßergewand traten Dirk Bach und Sonja Zietlow zur elften Folge von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" an.

Alles, was sonst über das Sendungskonzept und die sterbenslangweiligen Kandidaten hinweghalf, war dahin: Keine Spur von institutionalisierter Bösartigkeit oder flotten Sprüchen - am Montagabend waren Müdigkeit und schleppende Witze angesagt.

Geradezu dankbar musste man daher sein, dass Model Giulia Siegel sich von ihrem üblichen He-Man-Gehabe verabschiedete und sich eine kleine Psychokrise gönnte: "Ich ertrage diese Oberflächlichkeit nicht mehr!", beschwerte sie sich über ihre Mitbewerber um die "Dschungelkrone". Im Camp denke jeder nur an sich: "Ich will nur noch raus", schluchzte die Blondine und wandte sich vorübergehend von der Gemeinschaft ab.

Die zeigte wenig Verständnis und ließ den Gefühlsausbruch der Schauspielerin einigermaßen desinteressiert an sich abprallen. "Vielleicht eine Neurose oder so", vermutete Schauspieler Günther Kaufmann. "Sie will die Leute zwingen, sich mit ihr zu beschäftigen."

Reichlich genervt zeigte sich Ingrid van Bergen von den nervösen Anwandlungen der blonden Kollegin. Sie parodierte den kleinen Heulkrampf, war aber wieder lammfromm, als sie mit Siegel auf Schatzsuche gehen musste.

Mehr Mitleid als die Dschungelkämpfer zeigten die Zuschauer des Urwaldspektakels. Sie schickten am Montag den Ex-Eiskunstläufer Norbert Schramm nach Hause, von dem niemand so recht verstanden hatte, was er da überhaupt wollte. Deplaziert und ein wenig alleingelassen hatte er die vergangenen Tage im Kreise der dynamischen Camp-Insassen gewirkt. Jetzt konnte er endlich nach Hause gehen. Ohne ein Träne zu vergießen.

Weit ab von solchen emotionalen Verstrickungen absolvierte Nico Schwanz seine zweite Dschungelprüfung so ungerührt wie ein Verwaltungsbeamter. Das Befingern von Skorpionen und Ameisen und das Befüßeln von Schlangen und Flusskrebsen sei "schon ein bisschen krass", säuselte der Tapfere. Er habe aber trotzdem "101 Prozent gegeben" und sein "Hirn ausgeschaltet". Offenbar erfolgreich, denn: "Das war komplett weg."

Auf dem "Fels des Grauens" musste der gebürtige Thüringer dann noch mit dem Mund zwischen Maden, Mehlwürmern und Spinnen die heiß begehrten Sterne ertasten. Aber auch diese Aufgabe meisterte er mit Bravour. Die Camp-Insassen waren von der waghalsigen Leistung begeistert und freuten sich auf das Abendessen.

Vor dem 48-jährigen Schramm hatten bereits der ehemalige "Marienhof"-Darsteller Michael Meziani und Ex-"Glücksrad"-Moderator Peter Bond das Camp verlassen müssen. Als zweiter Teilnehmer der RTL-Sendung musste Peter Bond am Sonntag das Dschungelcamp verlassen, nachdem er von den Zuschauern die wenigsten Anrufe erhalten hatte.

Die zehnte Folge von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" sahen im Schnitt 5,58 Millionen Zuschauer (Marktanteil 19,7 Prozent). Bei der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen erreichte die Show einen Marktanteil von 30,8 Prozent.

ala/ddp



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