Dürre in Ostafrika Zehntausenden Kindern droht der Hungertod

Fast eine halbe Million Kinder in Somalia können sich nur mangelhaft ernähren, Zehntausenden droht der Hungertod: Die Situation in dem von Dürre und Bürgerkrieg gequälten Land ist laut Uno-Kinderhilfswerk Unicef dramatisch - auch in Nachbarländern geht es den Menschen kaum besser.

Somalische Mütter mit ihren Kindern: "Schlimmste humanitäre Katastrophe derzeit"
AP

Somalische Mütter mit ihren Kindern: "Schlimmste humanitäre Katastrophe derzeit"


Berlin - Das Uno-Kinderhilfswerk Unicef hat vor einem Massensterben von mehreren zehntausend Kindern in Ostafrika gewarnt. "Am Horn von Afrika leiden derzeit Hunderttausende Kinder an akuter Mangelernährung", sagte Unicef-Chef Anthony Lake. "Das bedeutet, dass sie innerhalb der nächsten Wochen sterben können, wenn keine Hilfe kommt." Lake sprach von der "schlimmsten humanitären Katastrophe, die sich auf der Welt derzeit ereignet".

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind von der Hungersnot in Ostafrika mehr als 13 Millionen Menschen betroffen, darunter viele Millionen Kinder. Allein in Somalia sind 450.000 Kinder akut mangelernährt, davon 200.000 in lebensbedrohlichem Zustand. Mehrere zehntausend Menschen starben in den vergangenen Monaten bereits. Vermutlich war jedes zweite Opfer ein Kind. Befürchtet wird, dass sich die Lage weiter verschlimmert.

"Wir stehen unter einem enormen Zeitdruck, die Kinder mit Nahrungsmitteln zu versorgen", sagte Lake. "Vor allem in Regenzeiten wie jetzt breiten sich Infektionskrankheiten wie Masern und Cholera aus. Masern werden in solchen Krisen für Kinder zu einem der schlimmsten Killer."

Schlimmste Dürre der vergangenen 60 Jahre

Das Uno-Kinderhilfswerk unterstützt derzeit 800 sogenannte Ernährungszentren in Somalia, in denen etwa 35.000 schwer mangelernährte Kinder behandelt werden. Darüber hinaus setzt Unicef auch mobile Zeltküchen ein. Zudem werden Nahrungsmittel wie zum Beispiel eine Mais-Soja-Mischung, Öl oder Hülsenfrüchte verteilt.

Die Dürre in Ostafrika gilt als die schlimmste in den vergangenen 60 Jahren. Laut Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) zwingt sie immer mehr Menschen zur Flucht. Die Situation in der Region habe sich seit dem Sommer "weiter verschlimmert, die Zahl der Flüchtlinge steigt".

Niebel verwies auf Zahlen der Uno-Flüchtlingsorganisation UNHCR, wonach mehr als 900.000 Somalier außerhalb ihres Landes auf der Flucht sind. Davon hielten sich 500.000 in Kenia auf, 180.000 in Äthiopien und 190.000 im Jemen. Die Zahl der Binnenflüchtlinge ist unbekannt. In Somalia herrscht seit 20 Jahren Bürgerkrieg.

ulz/dpa



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beutzemann 04.10.2011
1. Punkt
Zitat von sysopFast eine halbe Million Kinder in Somalia können sich nur mangelhaft ernähren, Zehntausenden droht der Hungertod: Die Situation in dem von Dürre und Bürgerkrieg gequälten Land ist laut Uno-Kinderhilfswerk Unicef dramatisch - auch in Nachbarländern geht es den Menschen kaum besser. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,789706,00.html
Schafft die Auswüchse des Raubtierkapitalismus ab und führt die soziale Marktwirtschaft ein. Schon gehts... Aber (ein Stolperstein für den Zensor:) genauso könnte man den Vorschlag machen, das nur noch ausgebildete Journalisten beim Spiegel arbeiten dürfen...
felisconcolor 04.10.2011
2. Schafft
stabile politische Verhältnisse. Macht den Warlords klar, das sie ihre eigenen Bevölkerung nicht auszubeuten haben. Und bekommt die Religionsstreitigkeiten dort in den Griff. Könnten doch Muslime und Christen dort mal zeigen, wie friedfertig sie sein wollen. Den Raubtierkapitalismus für alles verantwortlich zu machen greift absolut zu kurz.
Oberleerer 04.10.2011
3. .
Bei den Geburtenraten müssen die sich um ihre Rente keine Sorgen machen.
irreal 04.10.2011
4. Realitätsbewusstsein
Zitat von sysopFast eine halbe Million Kinder in Somalia können sich nur mangelhaft ernähren, Zehntausenden droht der Hungertod: Die Situation in dem von Dürre und Bürgerkrieg gequälten Land ist laut Uno-Kinderhilfswerk Unicef dramatisch - auch in Nachbarländern geht es den Menschen kaum besser. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,789706,00.html
Davon mal abgesehen, dass auch ich als Kind hungerte in Deutschland während des Aufschwunges will ich hier klar feststellen, dass es einfach mal absolut weltweit verpönt und als asoziales Verhalten angeprangert werden muss, dass es immer noch möglich ist mit Lebensmitteln die als Grundlage menschlicher Ernährung dienen an den Börsen gehandelt werden darf. Das sage ich genauso deutlich wie ich es meine und jeder der davon nichts hören will muss eben hinnehmen dass dann MENSCHEN (gleich mit uns selbst) sterben an Hunger. Das ist einfach verdammt LOGISCH! Wer mal auch in die Schule ging sollte das wissen! MFG
leser_81 04.10.2011
5. Und weiter ?
Wie es mir scheint, wird der Tod von Tausenden Kindern in Afika von der eigenen Bevölkerung in diesen Regionen billigend in Kauf gekommen. Viele Männern schlagen sich lieber im Bürgerkrieg selbst die Köpfe ein, die anderen überlassen es lieber Alah dem Land zu helfen und flüchten sich in Gebeete, andere wiederum machen sich zu Millionäre indem Sie Frachtschiffe kapern und Lösegeld erpressen, hohe Politiker, Polizeibeamte und Militärs machen sich lieber durch Korruption (auch mit Spendengeldern) selbst die eigenen Taschen voll. Und die Hilfsorganistionen werben mal wieder mit traurigen Kinderaugen um Spenden aus Europa ! NEIN DANKE ! Solange dort solche Zustände herrschen, wird sich dort nichts ändern.
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