Düsseldorf Verkehrschaos im Rheinland - Weltkriegsbombe entschärft

8000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, mehrere Autobahnen und Bahntrassen waren gesperrt: In Düsseldorf hat der Fund einer Fliegerbombe einen Großeinsatz ausgelöst - nun gibt es Entwarnung.

Entschärfer mit Zünder und Bombe
DPA

Entschärfer mit Zünder und Bombe


In Düsseldorf haben Experten eine Fünf-Zentner-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Das teilte die Stadtverwaltung mit. Die Arbeiten an dem Sprengsatz hatten sich verzögert, weil nicht alle Anwohner rechtzeitig ihre Häuser verlassen hatten.

In einem Radius von 1000 Metern rund um den Fundort in Düsseldorf waren etwa 8000 Menschen betroffen. Da der Sprengsatz einen schwer einzuschätzenden Langzeitzünder hatte, musste er vor Ort entschärft werden.

Die Behörden hatten wegen der Lage der Bombe in der Nähe des Flughafens ein Verkehrschaos prognostiziert. Der Berufsverkehr war am Morgen auf mehreren Autobahnen ins Stocken geraten, auch Entlastungsstrecken waren stark belastet. "Die Straßen im Norden der Innenstadt sind fast komplett zu", sagte ein Polizeisprecher am Morgen. Ein Hotel mit rund 250 Gästen war bereits in der Nacht geräumt worden.

Zwei Autobahnen waren teilweise bereits seit Mittwochabend gesperrt, der Bahnverkehr zwischen Düsseldorf und Duisburg wurde zeitweise eingestellt. Auch der Flugverkehr musste für die Entschärfung kurz unterbrochen werden. Die Einschränkungen würden nun nach und nach aufgehoben, erklärte die Stadt.

mxw/dpa



insgesamt 13 Beiträge
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frenchie3 09.03.2017
1. Nackte Bewunderung
für die Jungs die sich das trauen - und auch hinbekommen.
pethof 09.03.2017
2. SPON, berichte von Oranienburg!
Verkehrschaos in Düsseldorf! Eine Sensationsmeldung! Wer aber berichtet über die unzähligen Bombenentschärfungen, mit denen sich Oranienburg seit dem Kriegsende jahrein, jahraus herumzuplagen hat. Da ist die Düsseldorfer Bombe fast ein Kinderspiel! In Oranienburg haben die Einwohner immer ihr Köfferchen gepackt. Für sie ist Evakuierung und Sperrkreis ein Normalzustand. Am 14.12.2016 wurde in Oranienburg die 200. Fliegerbombe entschärft. Wieviel es in den 45 Jahren davor waren, ist nicht belegt. Wahrscheinlich nicht weniger. im Innenstadtbereich dürfen Schwerlaster nur noch 30 km/h fahren, weil ansonsten die Gefahr einer unkontrollierten Explosion der noch 300 vermuteten Blindgänger zu groß ist. Über Oranienburg haben die USA im April 1945 ihren Bombenschrott, von dem sie wussten, dass eine Vielzahl nicht explodieren würde, abgeworfen, das war billiger als eine Entsorgung in der Heimat. Oranienburg und das Land Brandenburg werden vom Bund auf den immensen Kosten der Bombenentschärfung auf Grund eines dämlichen Gesetzes allein gelassen. Der Bund weigert sich, Kosten anteilig zu entnehmen. Macht mal eine Reportage über die geplagte Stadt!
murrle01 11.03.2017
3. Die Anzahl der Blindgänger...
entscheidet aber nicht über die Anzahl der Menschen, die das Gebiet verlassen müssen. In Düsseldorf mussten das verhältnismässig viele. Bahnlinien, Autobahnen und sogar der Flugbetrieb waren betroffen. Das ist ein sehr hoher logistischer Aufwand. Kleine Berichtigung: Die Bomber haben nicht ihren Schrott abgeladen, sondern Oranienburg war ein Hauptziel wegen Fabrikationen und anderer kriegswichtiger Ziele. Blindgänger gab es immer wieder bis zu 10% bei chemischen Langzeitzündern. Der weiche Untergrund in Oranienburg ist ein Grund für die vermehrten Blindgänger: Die Bomben lagen teilweise so schräg im Boden, das die Säure den Auslösevorgang nicht schafte. Viel schlimmer ist für mich, und unverständlich: Wenn ein Blindgänger am Ort gesprengt werden muss, bekommen die geschädigten Hausbewohner, auf deren Grundstück die Bombe lag, KEINE Entschädigung. DAS ist eine Schweinerei!
dickebank 11.03.2017
4. ganz einfach
Zitat von pethofVerkehrschaos in Düsseldorf! Eine Sensationsmeldung! Wer aber berichtet über die unzähligen Bombenentschärfungen, mit denen sich Oranienburg seit dem Kriegsende jahrein, jahraus herumzuplagen hat. Da ist die Düsseldorfer Bombe fast ein Kinderspiel! In Oranienburg haben die Einwohner immer ihr Köfferchen gepackt. Für sie ist Evakuierung und Sperrkreis ein Normalzustand. Am 14.12.2016 wurde in Oranienburg die 200. Fliegerbombe entschärft. Wieviel es in den 45 Jahren davor waren, ist nicht belegt. Wahrscheinlich nicht weniger. im Innenstadtbereich dürfen Schwerlaster nur noch 30 km/h fahren, weil ansonsten die Gefahr einer unkontrollierten Explosion der noch 300 vermuteten Blindgänger zu groß ist. Über Oranienburg haben die USA im April 1945 ihren Bombenschrott, von dem sie wussten, dass eine Vielzahl nicht explodieren würde, abgeworfen, das war billiger als eine Entsorgung in der Heimat. Oranienburg und das Land Brandenburg werden vom Bund auf den immensen Kosten der Bombenentschärfung auf Grund eines dämlichen Gesetzes allein gelassen. Der Bund weigert sich, Kosten anteilig zu entnehmen. Macht mal eine Reportage über die geplagte Stadt!
Weil Oranienburg für die Versorgung mit Altbier vollkommen irrelevant ist. Durch das Sperren wichtiger Lebensadern im Norden der Stadt Düsseldorf, waren viele Gebiete von der lebensnotwendigen Zufuhr von Altbierreserven abgeschnitten.
dickebank 11.03.2017
5. Altlasten
Zitat von murrle01entscheidet aber nicht über die Anzahl der Menschen, die das Gebiet verlassen müssen. In Düsseldorf mussten das verhältnismässig viele. Bahnlinien, Autobahnen und sogar der Flugbetrieb waren betroffen. Das ist ein sehr hoher logistischer Aufwand. Kleine Berichtigung: Die Bomber haben nicht ihren Schrott abgeladen, sondern Oranienburg war ein Hauptziel wegen Fabrikationen und anderer kriegswichtiger Ziele. Blindgänger gab es immer wieder bis zu 10% bei chemischen Langzeitzündern. Der weiche Untergrund in Oranienburg ist ein Grund für die vermehrten Blindgänger: Die Bomben lagen teilweise so schräg im Boden, das die Säure den Auslösevorgang nicht schafte. Viel schlimmer ist für mich, und unverständlich: Wenn ein Blindgänger am Ort gesprengt werden muss, bekommen die geschädigten Hausbewohner, auf deren Grundstück die Bombe lag, KEINE Entschädigung. DAS ist eine Schweinerei!
Wenn auf Ihren Grundstück andere umweltgefährdende Altlasten gefunden werden, sind Sie für deren Beseitigung ebenfalls haftbar. Diese Altlasten sind mit Erwerbdes Grundstücke in Ihr Eigentum übergegangen unabhängig davon, wie sie dahih gekommen sind.
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