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Tunesien: Dutzende Flüchtlinge verdursten im Mittelmeer

Vor der tunesischen Küste sind 54 afrikanische Flüchtlinge ums Leben gekommen. Sie hatten laut Uno-Flüchtlingshilfswerk versucht, mit einem Schlauchboot nach Italien zu gelangen. Die meisten seien auf hoher See verdurstet - nur ein Mann konnte von der Küstenwache gerettet werden.

Rom - Während der Überfahrt nach Italien sind 54 afrikanische Flüchtlinge gestorben. Die meisten seien auf hoher See verdurstet, teilte das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) am Dienstag unter Berufung auf die Angaben eines Überlebenden mit.

Die tunesische Küstenwache hatte den Mann aus Eritrea gerettet, der sich an die Reste eines Schlauchboots klammerte. Er sei extrem dehydriert gewesen. Nach seinen Angaben war das Boot mit 54 weiteren Menschen in Libyen aufgebrochen. Kurz vor der Küste Italiens sei es wegen starker Winde wieder aufs offene Meer hinausgetrieben. Nach einigen Tagen sei Luft aus dem Boot entwichen.

In der Furcht, zu verdursten, hätten einige Insassen Meerwasser getrunken, berichtete der Überlebende den UNHCR-Mitarbeitern - das habe ihren Körper jedoch nur noch weiter dehydriert.

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Karte zu den wichtigsten Flüchtlingsrouten von Afrika nach Europa

In den vergangenen Jahren sind Tausende Menschen bei dem Versuch ums Leben gekommen, von Nordafrika über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Nach Angaben des UNHCR starben in diesem Jahr bislang 170 Menschen, die sich von Libyen aus auf den Weg machten. Etwa 1300 erreichten Italien seit Anfang 2012, 1000 schafften es bis nach Malta.

Besonders die Flüchtlingsroute durch die Sahara nach Algerien ist ein Pfad des Elends und der Gefahr. Migranten aus Schwarzafrika lassen sich davon nicht abschrecken. Der Traum von Europa treibt sie an.

usp/Reuters

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1. Traurig!
cruxxx 11.07.2012
Passend dazu der Text des Songs Europa der aktuellen CD der Toten Hosen: Unten im Hafen setzen sie die Segel Fahren hinaus aufs offene Meer Zum Abschied winken ihre Familien Schauen ihnen noch lange hinterher Und das Wasser liegt wie ein Spiegel Als sie schweigen durchs Dunkel ziehen Kaum fünfzig Meilen bis zum Ziel Das so nah vor ihnen liegt Sag mir, dass das nur ein Märchen ist Mit Happy End fpr alle Leute Und wenn sie nicht gestorben sind Leben sie noch heute Sie kommen zu Tausenden, doch die Allermeisten Werden das gelobte Land niemals erreichen Doch die Patrouillen werden sie aufgreifen Um sie in unserem Auftrag zu deportieren Und der Rest, der wird ersaufen Im Massengrad vom Mittelmeer Weil das hier alles kein Märchen ist Kein Happy End für all die Leute Und wenn sie nicht gestorben sind Sterben sie noch heute (Passend dazu der Titel der CD: Balast der Republik)
2. Der Traum von Europa?
edelamsee 11.07.2012
Nicht der Traum von Europa treibt sie an, sondern die Furcht vor dem "Nato befreiten" Lybinen. Ein ungluablicher Zynismus herrscht in unseren Medien. Genau das gleiche wiederholt sich in Syrien. Jeder Kritiker,nun Toddenhöfer, wird persönlich diffamiert, um ja erst keine sachliche Diskussion aufkommen zu lassen.
3. Dehydriert / Dehydratisiert
titusp 11.07.2012
So traurig der Artikel ist, ich möchte hier auf etwas anderes eingehen. Wenn viele es falsch schreiben, wird es schon irgendwie richtig sein. Dehydrierung ist die Abspaltung oder Übertragung von Wasserstoff aus einem Molekülverband. Ein Mensch, der zuviel Wasser verloren hat ist dehydratisiert. Dies sollte der Spiegel mal in seinen Wortschatz aufnehmen.
4. Traum Europa
leserin_45 11.07.2012
Es ist unglaublich, was Menschen für einen (Irr-)Glauben alles tun. So bedauerlich es ist, dass bei solchen wahnsinnigen Aktionen Menschen sterben, so muss man doch hinterfragen, was für ein skrupelloses Geschäft dahinter steckt? Diesen Menschen wird ein Paradies in Europa versprochen, welches real aber nicht existiert, nicht existieren kann. Europa verschuldet sich auch deshalb, weil es diese Zuwanderer alimentieren muss. Den Begriff "Flüchtlinge" muss man sauber prüfen, nicht jeder dieser Zuwanderer ist in politischer Not oder Lebensgefahr in seinem Land.
5. relativ
easylivin_1 11.07.2012
in Afrika gibt es doch schon ewig Wanderungen, übrigens auch und vor allem innerhalb Afrikas. Würde das berücksichtigt, wäre die Schlagzeile natürlich nicht so einschlagend. Na denn, Brot und Spiele... Europa könnte ja ihre "Entwicklungshilfe" statt an China in sinnvolle Projekte dieser Gebiete investieren. Wenn die Afrikaner wüßten, was wir für Menschen sind, würden vielleicht doch nicht so viele kommen wollen. Der Egoismus ist hier sehr ausgeprägt. Die Leute in dem Boot tun mir natürlich schon leid.
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