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Ehrenmord-Zeugin Verrat als Erlösung

Ehrenmord-Zeugin Apfeld: Von der Justiz im Stich gelassenZur Großansicht
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Ehrenmord-Zeugin Apfeld: Von der Justiz im Stich gelassen

3. Teil: "Ich habe keine Angst mehr"

Erst neun Jahre später, Ende 2002, brach sie ihr Schweigen und erzählte einem Psychotherapeuten von der Tat. Im Sommer 2003 wandte sie sich an die Polizei. Erst rief sie anonym an, dann schließlich machte sie eine Aussage. Sie verriet ihren Vater und die Cousins. Die Ermittler versprachen, sie in ein Zeugenschutzprogramm aufzunehmen.

Der Vater gestand schließlich die Tat, er wurde am 31. März 2008 wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt. Zwar sah es das Gericht als erwiesen an, dass er immer wieder betont hatte, Waffa habe die Familienehre verletzt. Die Kammer konnte aber nicht widerlegen, dass er im Affekt gehandelt hatte - aus Wut über die Äußerung seiner Tochter.

Der Vater nahm vor Gericht alle Schuld auf sich, die beiden Cousins mussten daher nicht hinter Gitter. Nourig war in Lebensgefahr. Doch in das versprochene Schutzprogramm wurde sie nicht aufgenommen. Die Kosten seien zu hoch, hieß es, Nourigs Gefährdung hielt man für vergleichsweise gering, außerdem stellte sie Forderungen. Nourig Apfeld war auf der Flucht, jahrelang. Nachdem die Ehe zerbrach, wohnte sie bei Freunden, länger als drei oder vier Monate lang war sie nie an einem Ort. Sie machte Therapien, schrieb ihre Erfahrungen auf, versuchte zu verarbeiten, was sie doch nicht begreifen konnte.

Nun hat sie ein Buch geschrieben, ihr Foto ist auf dem Cover, ihr wahrer Name steht darüber. Heute sei sie glücklich, nicht in das Zeugenprogramm gekommen zu sein, sagt sie. Denn die Flucht sei vorbei. "Ich habe keine Angst mehr." Sie hat Jahre gebraucht, um die manipulative Kraft der Familie zu begreifen, um die Muster zu entlarven, nach denen "archaische Kulturen" funktionieren. Und um den Verrat, den sie begangen hat, zu verarbeiten. "Die können mir nichts mehr anhaben", sagt Nourig Apfeld, die heute in einer deutschen Großstadt lebt, über ihre Cousins.

Denn die Macht der anderen bestehe nur aus der eigenen Ohnmacht.

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insgesamt 177 Beiträge
ingrid wild 08.09.2010
allein die Themen die sich mit dem Islam und - daraus fogernd - dem Thema Integration befassen - haben auf der Blogseite eins die Zweistelligkeit erreicht.
allein die Themen die sich mit dem Islam und - daraus fogernd - dem Thema Integration befassen - haben auf der Blogseite eins die Zweistelligkeit erreicht.
Wolf_68 08.09.2010
Wir brauchen mehr Zuwanderung. Unbedingt.
Zitat von sysopNourig Apfeld hat erlebt, wie eine misslungene Integration in einem Desaster enden kann: Alleingelassen von deutschen Behörden erlebte sie, wie ihre Schwester vom eigenen Vater erst schikaniert, dann getötet wurde. Jahrelang schwieg sie aus Angst - dann ging sie zur Polizei. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,716041,00.html
Wir brauchen mehr Zuwanderung. Unbedingt.
haltetdendieb 08.09.2010
Der Vater bekommt ein Urteil für Totschlag. Alles im Affekt und die cousins sind unschuldig! Wie doof können eigentlich deutsche Richter sein. Ich glaube wenigstens im Fall Hatna Sürücü hat das Bundesverfassungsgericht das [...]
Der Vater bekommt ein Urteil für Totschlag. Alles im Affekt und die cousins sind unschuldig! Wie doof können eigentlich deutsche Richter sein. Ich glaube wenigstens im Fall Hatna Sürücü hat das Bundesverfassungsgericht das Urteil einkassiert, weil die Mittäter nicht belangt wurden! Da reisen zwei Mörder aus Syrien an und das Gericht sagt: prima, tschüss und das wars: Gute Reise! Und das mitten in Deutschland!
Ich nehme an, dass der Vater nach Verbuessung der Halbstrafe nach Syrien abgeschoben wird. Oder wenn er nicht abgeschoben wird, nach 2/3 wieder in Bonn sein wird. Natuerlich hat er im Gefaengnis Deutsch gelernt, ist umerzogen [...]
Zitat von sysopNourig Apfeld hat erlebt, wie eine misslungene Integration in einem Desaster enden kann: Alleingelassen von deutschen Behörden erlebte sie, wie ihre Schwester vom eigenen Vater erst schikaniert, dann getötet wurde. Jahrelang schwieg sie aus Angst - dann ging sie zur Polizei. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,716041,00.html
Ich nehme an, dass der Vater nach Verbuessung der Halbstrafe nach Syrien abgeschoben wird. Oder wenn er nicht abgeschoben wird, nach 2/3 wieder in Bonn sein wird. Natuerlich hat er im Gefaengnis Deutsch gelernt, ist umerzogen etc. Glauben Sie das ? Frau Apfeld hat Mut gezeigt. Ich wuensche ihr alles Gute,
spiegelmaus 08.09.2010
Die Tatsache, dass türkische Migranten der 3. oder 4. Generation schlechter integriert sind, als die der ersten beiden, hat eigentlich einen ganz logischen Grund. Die erste Generation, die nach Deutschland kam, fand hier keinerlei [...]
Die Tatsache, dass türkische Migranten der 3. oder 4. Generation schlechter integriert sind, als die der ersten beiden, hat eigentlich einen ganz logischen Grund. Die erste Generation, die nach Deutschland kam, fand hier keinerlei türkische Strukturen vor, sondern nur deutsche, und die einzige Möglichkeit, sich hier im Lande einzurichten, war, sich diesen neuen Gegebenheiten anzupassen. Die dritte Generation hingegen wird in eine türkische Kleinwelt hineingeboren, es gibt einen türkischen kulturellen Überbau, türkische Strukturen, die von den Vorläufergenerationen hier geschaffen wurden. Die jetzige Generation hat also die Wahl zwischen der Anpassung an die deutsche Kultur oder der Übernahme der türkischen. Und da die überwiegende Zahl der Menschen immer den bequemeren Weg vorzieht, übernimmt eine Mehrzahl eben die vorhandene türkische Kultur einschließlich Sprache, Gewohnheiten und Traditionen. So wird auch für die Zukunft der Mangel an Integration, d.h. auch Übernahme deutscher Gepflogenheiten das Bild der Gesellschaft mit ihren Parallelgesellschaften bestimmen.
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