Lotterie in Spanien Eine Arbeitervorstadt voller Hauptgewinner

Schulden begleichen und das Häuschen abbezahlen: Die Wünsche der Gewinner der "El Niño"-Lotterie in Spanien sind bescheiden. Alle Hauptgewinner wohnen in einem Arbeitervorort von Madrid.

DPA

Madrid - In der Madrider Arbeitervorstadt Leganés lagen sich am Dienstag Rentner, Arbeitslose und Arbeiter in den Armen. Die Hauptgewinne der "El Niño"-Lotterie in Gesamthöhe von 80 Millionen Euro gingen nach Angaben der Lotteriegesellschaft ohne Ausnahme an Bewohner der 187.000-Einwohner-Gemeinde südlich von Madrid.

"An große Reisen oder teure Autos denkt hier wohl kaum einer der Gewinner. Schulden bezahlen, eine einigermaßen sorgenfreie Zukunft, das ist für die meisten hier wie das Paradies", sagte José, 48, dessen Bruder 200.000 Euro gewann.

Die meisten Spanier kaufen in der Regel keine ganzen Lose, sondern geben sich mit Zehntellosen zufrieden. Für die gibt es dann auch nur ein Zehntel des Gewinns. Der Hauptgewinn fiel diesmal auf die Lose mit der Nummer 55487.

Ein Zehntellos dieser Nummer besaß auch die 54 Jahre alte Rosi - sie freut sich nun über 200.000 Euro. "Das ist Schicksal, das ist Schicksal", wiederholte sie vor Verwandten, Nachbarn und Journalisten ein ums andere Mal, während sie sich die Tränen vom Gesicht wischte und Sekt aus einem Plastikbecher schlürfte. Das Los habe sie erst am Vorabend nach langem Überlegen gekauft. Ihr Mann sei seit Jahren arbeitslos, Essen sei bisher zwar immer noch auf den Tisch gekommen, aber nun könne man alle nicht gezahlten Raten fürs Häuschen begleichen.

Nachdem die Weihnachtslotterie "El Gordo" in Spanien bereits 2,2 Milliarden Euro ausgeschüttet hatte, bescherte die "Jesuskind"-Lotterie dem krisengeschüttelten Land Gewinne von insgesamt 560 Millionen Euro.

Die spanische Weihnachtslotterie, die die größte und älteste der Welt ist, und die zweite Sonderziehung am Dreikönigstag locken jedes Jahr einen Großteil der 46 Millionen Spanier vor die Fernseher.

vet/dpa



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