Rettungsaktion in Thailand Elon Musk beschimpft Höhlentaucher

Tesla-Chef Elon Musk wollte sich aktiv an der Rettung der in Thailand eingeschlossenen Jungen beteiligen. Auf die Kritik eines Tauchers, das sei ein "PR-Gag" gewesen, reagierte Musk mit wüsten Beschimpfungen.

Elon Musk
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Bergung per Mini-U-Boot? Für dieses Hilfsangebot des milliardenschweren Unternehmers Elon Musk hatte ein an dem Höhlendrama in Thailand beteiligter Rettungstaucher bloß Kritik übrig. "Er kann sich sein U-Boot dahin schieben, wo es weh tut", sagte der Brite Vern Unsworth dem US-Sender CNN am Samstagabend. Das Angebot Musks sei "nur ein PR-Gag gewesen", während die zwölf Jugendfußballer und ihr Trainer noch um ihr Leben bangten.

"Es bestand absolut keine Chance, dass es funktioniert", sagte Unsworth zum U-Boot-Plan von Musk. "Er hatte keine Vorstellung davon, wie es in der Höhle aussieht." Die steife Außenhülle des bereitgestellten U-Boots sei mit rund 1,70 Metern zu lang gewesen, um Kurven und Hindernisse zu umfahren. "Es wäre nicht einmal 50 Meter weit in die Höhle reingekommen", sagte der Brite, der zu dem internationalen Rettungsteam gehörte, das die eingeschlossene Gruppe nach mehr als zwei Wochen unter der Erde befreien konnte.

Die letzten Jungen und der Trainer waren am Dienstagabend aus der Tropfsteinhöhle Tham Luang-Khun Nam Nang Non im Norden des Landes befreit worden. Dort hatten sie seit dem 23. Juni ausharren müssen, nachdem ihnen eine Sturzflut den Weg nach draußen abgeschnitten hatte. Sie sind derzeit noch zur Beobachtung im Krankenhaus der Provinzhauptstadt Chiang Rai. Den Ärzten zufolge geht es ihnen gut.

Video: Navy-Seal-Video zeigt Rettung aus der Höhle

Während die Rettungsaktion noch lief, reiste Musk zu dem Höhlenkomplex und verkündete via Twitter, das Mini-U-Boot sei auf den Namen "Wild Boar" ("Wildschwein") getauft worden - so heißt das Fußballteam der Jungen. Seine Twitter-Nachricht über das Tauchgerät schloss Musk mit den Worten: "Es wird hiergelassen, falls es in Zukunft von Nutzen sein sollte. Thailand ist so schön."

Das Angebot nahmen die Taucher nicht in Anspruch - im Gegenteil. "Ihm wurde gesagt, er solle sehr schnell gehen", berichtete Unsworth. "Und das hätte er auch tun sollen."

Musk reagierte am Sonntag auf die Aussagen von Unsworth mit wüsten Beschimpfungen via Twitter. Er habe "diesen britischen Auswanderertypen, der in Thailand lebt" nie in der Nähe der Höhle gesehen. Und ergänzte dann in Richtung des Briten: "Sorry pedo guy, you really did ask for it." Musk bezeichnete Unsworth also ohne weitere Erklärung als Pädophilen.

In dem sozialen Netzwerk wurde daran schnell und heftig Kritik laut. Die wiederum tat Musk unter anderem mit den Worten ab, er wette einen signierten Dollar darauf, dass es wahr sei.

Landet der Streit vor Gericht?

Unsworth behält sich nun vor, den Tech-Milliardär wegen Beleidigung zu verklagen. Er habe die Tweets nicht alle durchgesehen und nur davon gehört, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Auf die Frage, ob er juristisch dagegen vorgehen werde, sagte er: "Wenn es so ist, wie ich denke, dann ja." Er werde darüber entscheiden, wenn er diese Woche nach Großbritannien zurückfliege. Die Episode mit Musk sei aber "nicht vorbei".

Der dänische Taucher Claus Rasmussen, der ebenfalls an der Rettungsmission beteiligt war, nannte die Behauptungen Musks "unangemessen" und hob Unsworths Rolle bei der Rettung hervor. "Er war derjenige, der tatsächlich den Großteil der Höhle kartographiert hat." Unsworth sei "eine der treibenden Kräfte" bei der ganzen Aktion gewesen und habe den Tauchern alles erklärt.

Mehrere US-Medien versuchten, Musk oder seine Firma Tesla für eine Stellungnahme zu erreichen, allerdings ohne Erfolg. Später am Sonntag wurden Musks Tweets gelöscht. Zuvor hatten allerdings zahlreiche Nutzer Screenshots von den betreffenden Nachrichten gemacht.

Musk wurde bereits in der Vergangenheit mehrfach dafür kritisiert, auf Twitter heftig auszuteilen, unter anderem gegen Journalisten und Wall-Street-Analysten. Erst vor wenigen Tagen sagte Musk dazu im Gespräch mit "Bloomberg Businessweek", er sei fälschlicherweise davon ausgegangen, wenn er via Twitter kritisiert werde, könne er zurückschießen. "Das war mein Fehler. Ich werde das korrigieren."

aar/fok/dpa/AFP

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