Per Gerichtsbeschluss Eltern lassen 30-jährigen Sohn aus dem Haus werfen

Monatelang versuchte ein Elternpaar im US-Bundesstaat New York, seinen 30-jährigen Sohn davon zu überzeugen, sich eine eigene Bleibe zu suchen - ohne Erfolg. Nun wurde der Fall vor Gericht entschieden.

Sohn (l.) und seine Eltern (r., mit ihrem Anwalt) vor Gericht
AP/Douglass Dowty/The Syracuse Newspapers

Sohn (l.) und seine Eltern (r., mit ihrem Anwalt) vor Gericht


Ein Richter im US-Bundesstaat New York hat einen 30 Jahre alten Mann dazu verurteilt, aus seinem Elternhaus auszuziehen. Die Eltern des Mannes hatten zuvor eine entsprechende Klage eingereicht - sie waren es US-Medienberichten zufolge leid, dass ihr Sohn sich auch nach mehrmaliger Aufforderung noch immer keine eigene Bleibe gesucht hatte.

Richter Donald Greenwood versuchte, den 30-Jährigen davon zu überzeugen, aus freien Stücken aus dem Haus seiner Eltern in der Stadt Camillus auszuziehen. Der Mann - der sich vor Gericht selbst vertrat - lehnte dies jedoch ab und verwies darauf, er habe das Recht, noch sechs weitere Monate in seinem Elternhaus zu leben.

"Unverschämt", nannte das der Richter - und ordnete die Räumung an.

Die Eltern haben den Berichten zufolge in den vergangenen Monaten mehrfach versucht, ihren Sohn zum Ausziehen zu bewegen, darunter mit Briefen, die nun in mehreren Medien veröffentlicht wurden. Am 2. Februar schrieben sie ihrem Sohn beispielsweise: "Du musst das Haus verlassen. Du hast 14 Tage Zeit dafür. Dir wird eine Rückkehr nicht erlaubt. Wir werden jeden nötigen Schritt unternehmen, um unsere Entscheidung durchzusetzen."

Als dieser Brief und weitere Schreiben keinen Erfolg brachten, versuchten die Eltern es mit Geld: Sie boten ihrem Sohn 1100 US-Dollar, um eine neue Unterkunft zu finden, dazu gab es mehrere Ratschläge und das Angebot der Mutter, ihm bei der Suche zu helfen. Das war am 18. Februar und auch das hatte nicht den gewünschten Effekt.

Im April zogen die Eltern dann erstmals vor Gericht. Eines auf lokaler Ebene verwies sie an den Onondaga County Supreme Court in Syracuse - und dort fiel nun am Dienstag nach 30 Minuten das Urteil.

Die Eltern wollten sich vorab und auch nach dem Urteil nicht zu dem Fall äußern. Der Sohn gab hingegen Interviews vor TV-Kameras. Er spreche nicht mit seinen Eltern, sagte er dabei. Und dass er das Urteil anfechten wolle.

aar



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