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Britischer Popstar: Elton John will mit Putin über Schwulenrechte sprechen

Elton John spricht in Kiew (Ukraine) über Toleranz und Gleichberechtigung Zur Großansicht
AFP

Elton John spricht in Kiew (Ukraine) über Toleranz und Gleichberechtigung

Der Popstar Elton John möchte mit Wladimir Putin über die Rechte von Homosexuellen diskutieren. Als Präsident von Russland könne man nicht einfach solche "dummen Sachen" sagen.

Elton John ist nicht nur ein weltbekannter Sänger, der Schwule setzt sich auch aktiv für die Rechte von Homosexuellen ein. In einem Interview mit der BBC sagte der Popstar jetzt, er würde gerne mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über dessen Haltung zu Homosexuellenrechten sprechen.

Putins Haltung gegenüber Homosexuellen sei "vorurteilsbehaftet und lächerlich" und sie isoliere den russischen Präsidenten, sagte Elton John der BBC. Er würde Putin gerne treffen, auch wenn das wahrscheinlich unrealistisch sei. "Er würde mich wohl hinter meinem Rücken auslachen und mich hinterher einen kompletten Idioten nennen", sagte John. "Aber immerhin habe ich es dann wenigstens versucht."

Im Sommer 2013 hatte Russland ein "Gesetz gegen Homosexuellen-Propaganda" verabschiedet, das positive Äußerungen über Homosexualität in Anwesenheit von Minderjährigen oder über Medien wie das Internet unter Strafe stellt. Bei Zuwiderhandlungen drohen Geldbußen bis zu 100.000 Rubel (etwa 2300 Euro).

Das Gesetz schließt auch Ausländer mit ein, die nach Russland reisen, um Kundgebungen von Homosexuellen zu unterstützen, also etwa Schwulen- und Lesben-Paraden am Christopher Street Day oder Demonstrationen gegen die in der russischen Gesellschaft weit verbreitete Schwulenfeindlichkeit. Zudem dürfen die russischen Behörden Ausländer bei einem Verstoß gegen das Gesetz bis zu 15 Tage in Gewahrsam nehmen und danach des Landes verweisen.

Auf Werbetour für Toleranz in der Ukraine

In dem BBC-Interview kritisierte Elton John auch Putins Äußerung kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi. An Homosexuelle gewandt sagte der russische Präsident Anfang 2014: "Wir verbieten nichts, und wir sperren niemanden ein. Deshalb können Sie ruhig und entspannt sein, aber lassen Sie bitte die Kinder in Ruhe." Der Musiker zeigte sich fassungslos: "Sie sind Präsident von Russland, und Sie sagen einfach solche dummen Sachen?"

Der Popstar befindet sich derzeit in der Ukraine, um bei Präsident Petro Poroschenko und bei führenden Geschäftsleuten für die LGBT-Bewegung einzusetzen, also für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen. Er appellierte an Unternehmenschefs, Homosexuelle in ihren Firmen zu akzeptieren, weil Regelungen, "die die Rechte von LGBT-Bürgern beschneiden, auch die wirtschaftliche Entwicklung behindern".

Der Sänger spielte damit auf Studien an, denen zufolge Schwellenländer, die LGBT-Rechte schützen, ein höheres Bruttoinlandsprodukt (BIP) haben als andere. "Tolerant zu sein ist also nicht nur moralisch gut, sondern für die neue Ukraine wäre es auch klug."

nck/AP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 51 Beiträge
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1.
plasmopompas 13.09.2015
So löblich Elton Johns Initiative ist, ich befürchte das er bei Putin auf vollkommen taube Ohren treffen wird.
2.
Das Pferd 13.09.2015
Respekt. Der geht wenigstens da hin, wo es tatsächlich Diskriminierung gibt.
3. Elton John will mit Putin über Schwulenrechte sprechen
dani7830 13.09.2015
... das wird ihm ganz sicher beeindrucken.
4. Schwulenfeindlich
querdenkerle 13.09.2015
Das sind viele Länder in der ehemaligen Sowjetunion. Fakt ist jedoch, dass Sexualität Privatsache sein sollte und jegliche Form von Sexualität nicht öffentlich beworben werden soll. Vielleicht sollte Elton John, ich mag Ihn ja, das Gespräch mit normalen Russen suchen, dann würde er schnell verstehen, dass dies nicht von Oben angeordnet ist, sondern einfach die Meinung und Werte der Gesellschaft wiederspiegelt. Aber da sollte man nicht nur auf Russland einschlagen und sollten lieber vor unserer eigenen Haustüre kehren. Übrigens gibt es zahlreiche Schwule die im russischen Fernsehen, Musik etc. ganz öffentlich und für jeden ersichtlich Ihre Homosexualität zur Schau tragen. Interessant finde ich die Aussage eines russischen Freundes, der den Eindruck hat die Schwulenquote in Deutschland beträgt 50% ;)
5. Alles nur Publicity ;)
mannilli 13.09.2015
Zitat von Das PferdRespekt. Der geht wenigstens da hin, wo es tatsächlich Diskriminierung gibt.
Herr John wird gar nicht erst reingelassen.
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