Elton Johns Bibel-Exegese "Jesus war ein Schwuler"

Elton John geht davon aus, dass Jesus wie er selbst schwul war. Der britische Popstar outete sich in einem Interview als großer Christus-Fan. Vertreter der katholischen Kirche reagierten irritiert auf die Theorie vom homosexuellen Messias.

Elton John bei einem Auftritt in Las Vegas: "Jesus war ein super-intelligenter schwuler Mann"
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Elton John bei einem Auftritt in Las Vegas: "Jesus war ein super-intelligenter schwuler Mann"


New York - "Ich denke, Jesus war ein mitfühlender, super-intelligenter schwuler Mann, der die menschlichen Probleme verstand", sagte John in einem am Freitag auf der Web-Seite des US-Promimagazins "Parade" veröffentlichten Interview. Der Sänger äußerte seine Bewunderung dafür, dass Jesus, in dem Christen Gottes Sohn sehen, am Kreuz seinen Peinigern vergeben habe.

"Jesus wollte, dass wir lieben und vergeben", sagte John. Er verstehe nicht, warum manche Menschen so grausam seien. So sei eine lesbische Frau im Mittelalter, die ihre Neigungen ausleben wollte, "so gut wie tot" gewesen.

John sprach in dem Interview auch über seine Beziehungen und seine Erfahrungen mit Drogen. "In all meinen Beziehungen gab es immer Drogen. Das funktioniert nie", sagte der britische Musiker. Während andere mit einem Gramm Kokain einen Monat lang auskämen, habe er nicht genug bekommen und so lange gekokst, bis er Herzprobleme bekommen habe.

John äußerte sich außerdem selbstkritisch darüber, dass er immer jüngere Partner hatte. "Einer nach dem anderen haben sie eine Cartier-Uhr, einen Versace-Anzug, sogar einen Sportwagen bekommen", erzählte der Musiker. Sie hätten keine Arbeit gehabt und seien von ihm abhängig gewesen. "Sechs Monate später hatten sie genug und hassten mich, weil ich ihnen ihr Leben und ihr Selbstwertgefühl weggenommen habe", sagte John. Dies sei jedoch gar nicht seine Absicht gewesen.

Johns Äußerungen über Jesus stießen bei der Katholischen Liga, einer großen Katholikenvereinigung in den USA, auf scharfe Kritik. Jesus als schwul zu bezeichnen, bedeute ihn "als sexuell abartig abzustempeln", erklärte Liga-Präsident Bill Donohue. Von John, der eine komplette Abschaffung von Religion gefordert habe, sei aber nichts anderes zu erwarten.

hil/AFP



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