Entgleister Schnellzug Dutzende Menschen sterben bei Bahnunglück in China

In Ost-China sind zwei Züge kollidiert, dabei stürzten zwei Waggons einer Superschnellbahn von einer Brücke. Laut dem staatlichen Rundfunk kamen mindestens 43 Menschen ums Leben, mehr als 190 wurden verletzt.

AP

Peking - In China hat sich ein schweres Zugunglückereignet. Nach einem Stromausfall durch einen Blitzschlag sind am Samstag in Ost-China zwei Schnellzüge zusammengestoßen. Am Sonntag fanden die Rettungskräfte weitere Leichen, nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua kamen 43 Menschen Menschen ums Leben. 191 der insgesamt rund 600 Passagiere wurden verletzt, wie der nationale Rundfunk berichtete. Nach dem Aufprall stürzten zwei Waggons rund 20 bis 30 Meter von einer Brücke.

In einem schweren Gewitter hatte der Blitzeinschlag die Stromversorgung des Hochgeschwindigkeitszuges D3115 lahmgelegt, wie der Fernsehsender von Hangzhou berichtete. Er sei nicht mehr zu steuern gewesen. Der Zug sei schließlich ganz langsam gefahren und praktisch zum Stillstand gekommen, als ein anderer Zug mit der Nummer D301 aufgefahren sei.

Stunden nach dem Unglück waren immer noch Fahrgäste in den Trümmern eingeklemmt, wie die Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Das Unglück passierte nahe der Stadt Shuangyu in der Provinz Zhejiang. Der Hochgeschwindigkeitszug sei auf dem Weg von der Provinzhauptstadt Hangzhou nach Wenzhou gewesen. Bilder vom Unglücksort Wenzhou in der Provinz Zhejiang zeigen einen Wagen unterhalb des Viadukts auf der Seite liegend und einen zweiten senkrecht an die Brücke gelehnt stehen.

Rettungskräfte hätten viele Reisende aus den abgestürzten Wagen gezogen, berichtete Xinhua unter Berufung auf Augenzeugen. Nach Medienberichten sollen die Waggons jeweils rund 100 Passagiere fassen. "Wir versuchen noch herauszufinden, wie viele Opfer es insgesamt gegeben hat", berichtete die Feuerwehr von Wenzhou telefonisch der Deutschen Presseagentur in Peking: "Unsere Leute sind vor Ort."

Das Unglück ist ein weiterer schwerer Schlag für das Hochgeschwindigkeitsnetz in China. Das ehrgeizige Programm, das viele Milliarden verschlungen hat, war in den vergangenen Wochen schon ins Gerede gekommen. Insbesondere die gerade neu eröffnete Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Peking und Shanghai machte wiederholt mit technischen Problemen und Verspätungen von sich reden.

Es gab auch Diskussionen über mögliche Sicherheitsprobleme. Viele Passagiere stiegen doch wieder auf die Flugverbindungen um. Vergangene Woche musste sich ein Sprecher des Eisenbahnministeriums für die Probleme entschuldigen. Trotzdem gingen die Passagierzahlen zurück. Wegen der inzwischen geringeren Auslastung sollen von Montag an mindestens zwei Züge aus dem Fahrplan gestrichen werden.

jok/sto/dpa/Reuters



insgesamt 36 Beiträge
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DerBlicker 23.07.2011
1. manchmal ist es doch besser
Zitat von sysopIn Ost-China sind zwei Züge kollidiert, dabei stürzten zwei Waggons einer Superschnellbahn von einer Brücke.*Laut der Feuerwehr kamen mindestens elf Menschen ums Leben, fast 90 wurden verletzt. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,776247,00.html
man kauft Qualität "made in Germany" wie den ICE anstatt sich eine Chinakopie zu basteln. Pro Original!
snickerman 23.07.2011
2. verwirrt...
Bei uns würde doch der nachfolgende Verkehr automatisch gestoppt, oder? Auch nach einem Blitzschlag? Weiß das hier jemand?
hochbahn1964 23.07.2011
3. viele Ursachen möglich...
Zitat von DerBlickerman kauft Qualität "made in Germany" wie den ICE anstatt sich eine Chinakopie zu basteln. Pro Original!
Und der Unglücks-ICE von Eschede wurde in China gebaut? Seltsame Logik. Hier wird wohl eher das Signalsystem versagt haben. Das sollte verhindern, daß ein Zug auf einen anderen auffährt.
ocs1411 23.07.2011
4. Aha
Zitat von DerBlickerman kauft Qualität "made in Germany" wie den ICE anstatt sich eine Chinakopie zu basteln. Pro Original!
Die sind wohl sicher? http://de.wikipedia.org/wiki/ICE-Unfall_von_Eschede
Heinz-und-Kunz 23.07.2011
5. ...
Zitat von snickermanBei uns würde doch der nachfolgende Verkehr automatisch gestoppt, oder? Auch nach einem Blitzschlag? Weiß das hier jemand?
Ja, die dt. Zugsicherungssysteme arbeiten mit elektromagnetischen Feldern. Gewitter führen regelmäßig zu Störungen, die den Verkehr mehr oder weniger lang stoppen. Ach ja, es hat den Anschein, als wäre der Unfall nicht auf einer HGV-Strecke passiert. Der Zug soll ca. 150km/h gefahren sein und mit einer Vmax. von 210km/h entspricht er eher einem herkömmlichen Inter City.
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