Erdbeben in der Türkei Experten befürchten 500 bis 1000 Tote

Im Osten der Türkei hat ein heftiges Erdbeben offenbar zahlreiche Opfer gefordert. Experten erwarten 500 bis 1000 Tote. "Wir brauchen dringend Hilfe", sagte ein Bürgermeister im Fernsehen. Aus dem ganzen Land werden Rettungshelfer und Notärzte in die Provinz Van geflogen.


Ankara - Bei einem Erdbeben im Osten der Türkei sind am Sonntag offenbar zahlreiche Menschen getötet worden. Experten der Istanbuler Erdbebenwarte Kandilli rechnen mit bis zu 1000 Todesopfern. Dies sei nach der Stärke des Bebens zu erwarten, erklärten Experten am Sonntag auf einer Pressekonferenz, die von türkischen Fernsehsendern übertragen wurde.

Rund 45 Gebäude seien in den Städten Ercis und Van eingestürzt, teilte die Regierung mit. Leichen seien unter den Trümmern gefunden worden, berichtet der türkische Fernsehsender NTV. Es gebe auch noch Überlebende in den Trümmern. Rettungskräfte und Notarztwagen waren im Einsatz, um Verletzte zu versorgen.

Ein dramatischer Hilferuf kam aus der Kreisstadt Ercis: "Es sind so viele tot. Mehrere Gebäude sind eingestürzt, da ist zu viel Zerstörung", sagte Bürgermeister Zulfikar Arapoglu im Fernsehsender NTV. "Wir brauchen dringend Hilfe, wir brauchen Ärzte und Sanitäter", fügte der Bürgermeister hinzu.

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Türkei: Mehrere Tote bei Erdbeben
Ercis ist eine Kreisstadt in der Provinz Van mit mehr als 70.000 Einwohnern. In der ganzen Provinz brach Panik unter der Bevölkerung aus. Die Menschen liefen auf die Straßen, Rettungsmannschaften haben begonnen, in den Trümmern nach Verschütteten zu suchen. Einen Überblick über das Ausmaß der Schäden und mögliche Opfer gab es aber knapp eine Stunde nach dem Beben nicht.

Die türkische Regierung hat bestätigt, dass es bei dem Erdbeben Todesopfer gibt. Genaue Angaben machte der Krisenstab am Sonntag in Ankara aber nicht. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan werde von Istanbul aus in die Provinz Van fliegen, in der das Zentrum des Bebens lag. Der türkische Rote Halbmond begann damit, Zelte, Decken und Hilfsgüter in das Gebiet zu bringen.

Stärke wird auf 6,6 bis 7,3 beziffert

Türkische Fernsehsender berichteten unter Berufung auf die Erdbebenwarte in Istanbul von Erdstößen der Stärke 6,6. Die US-Erdbebenwarte USGS nannte sogar eine Stärke von 7,3. Das Zentrum des Bebens lag demnach unter dem Dorf Tabanli in der Provinz Van nahe der Grenze zum Iran.

TV-Sender zeigten Bilder von Menschen, die in Panik auf die Straßen rannten. Bilder von Überwachungskameras zeigten Bürogebäude, in denen Möbel übereinander stürzten. Die Türkei ist wegen ihrer geografischen Lage immer wieder von heftigen Erdbeben betroffen. Auch in der Provinz Van gab es schon Erdbeben mit zahlreichen Toten.

Rund 92 Prozent des 780.000 Quadratkilometer großen Landes liegen auf Erdbebengürteln. Etwa 95 Prozent der 75 Millionen Türken leben auf unsicherem Grund, auf dem auch 98 Prozent der Industrieanlagen sowie die wichtigsten Staudämme und Kraftwerke stehen. Fast die Hälfte dieser Staudämme befindet sich in besonders gefährdeten Gebieten.

cte/dpa/AFP/dapd



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hirn_einschalten 23.10.2011
1. Schlechte Bausubstanz?
War nicht vor ein paar Jahren ein Riesenskandal in der Türkei, nachdem ein Bauunternehmer ins Ausland geflohen ist? Der hatte nämlich Zement gespart, weshalb zig Wohnblöcke wie Kartenhäuser einstürzten.
dirk.kunkel.ronnenberg 23.10.2011
2. Schlimm
Tragisch. Aber das Epizentrum liegt genau auf der Hilal-Bashir-Linie und markiert eine Verwerfung, die einen Ausbruch schon lange für uns Fachleute impliziert hat. Alles Gute den betroffenen Menschen dort.
Sabi 23.10.2011
3. Erdbeben
Zitat von sysopIm Osten der Türkei hat ein*heftiges Erdbeben*offenbar mehrere Opfer gefordert.*Laut dem*Bürgermeister der Stadt*Ercís gab es viele Tote. "Wir brauchen dringend Hilfe", sagte der Fernsehsender NTV. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,793469,00.html
Die Türkei ist definitv ein Erdbebengebiet, weil mehrere Plattenverwerfungen unterm Land verlaufen, was schon längst bekannt ist. Aber statt die Häuser und Wohnungen der Menschen erdbebensicher zu machen, haben die machtgeilen Politiker nichts besseres im Sinn, als Kriege zu führen und andere Staaten oder Minderheiten zu provozieren. Diese Politiker müssten eigentlich vorm Verbrechertribunal in den Haag !
Pacolito, 23.10.2011
4. Hmm...
Alles Gute den Betroffenen.
JohnMurdoch 23.10.2011
5. ..
Zitat von SabiDie Türkei ist definitv ein Erdbebengebiet, weil mehrere Plattenverwerfungen unterm Land verlaufen, was schon längst bekannt ist. Aber statt die Häuser und Wohnungen der Menschen erdbebensicher zu machen, haben die machtgeilen Politiker nichts besseres im Sinn, als Kriege zu führen und andere Staaten oder Minderheiten zu provozieren. Diese Politiker müssten eigentlich vorm Verbrechertribunal in den Haag !
Die machtgeilen Politiker von der BDP?
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