Erdbeben in Taiwan Bauherr des eingestürzten Hochhauses festgenommen

Aus den Trümmern eines Hochhauses wurden inzwischen 41 Tote geborgen. Jetzt wollen die Behörden klären, ob der Bauherr Schuld daran trägt.

Eingestürztes Hochhaus in Tainan: Wie viel Schuld trägt der Bauherr?
DPA

Eingestürztes Hochhaus in Tainan: Wie viel Schuld trägt der Bauherr?


Weil die taiwanischen Behörden im Falle des eingestürzten Hochhauses Pfusch am Bau vermuten, haben sie den Bauherrn und zwei seiner Mitarbeiter festgenommen. Die drei Männer waren Anfang der Neunzigerjahre verantwortlich für den Bau des 16-stöckigen Hauses in der Stadt Tainan.

In der Nacht auf Samstag hatte ein Erdbeben der Stärke 6,4 den Süden Taiwans erschüttert. Danach tauchten Fotos auf, die zeigten, dass Löcher im Betongerippe des Gebäudes mit Plastikkanistern und Schaum aufgefüllt worden waren.

In der Zwei-Millionen-Metropole Tainan waren nach dem Beben zehn Gebäude teilweise eingestürzt, doch nur das Wei-Kuan-Gebäude lag vollkommen in Trümmern. Über 500 Menschen wurden verletzt, 350 Menschen konnten lebend geborgen werden.

Die Zahl der Todesopfer ist drei Tage nach dem Erdbeben auf 41 gestiegen. Mehr als 100 Menschen werden noch vermisst.

Taiwan wird immer wieder von Erdbeben erschüttert, weil die Insel in der Nähe einer Bruchstelle zweier tektonischer Platten liegt. Bei einem Erdbeben der Stärke 7,6 waren im September 1999 geschätzt 2400 Menschen ums Leben gekommen. Im Juni 2013 starben vier Menschen bei einem Beben der Stärke 6,3.

lba/dpa/AFP

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