Taiwan Mehrere Tote und über 250 Verletzte nach Erdbeben

Ein Erdbeben der Stärke 6,4 hat in Taiwan mindestens sieben Menschenleben gefordert. Die Zahl der Verletzten stieg auf mehr als 250. Nachbeben erschüttern die Region.

REUTERS

Am Dienstagabend kurz vor Mitternacht wurde die Ostküste Taiwans von schweren Erschütterungen heimgesucht. Das Erdbeben hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS eine Stärke von 6,4.

Mindestens sieben Menschen kamen ums Leben, 262 wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Dutzende Menschen werden noch vermisst. Rettungskräfte gruben sich teilweise mit den Händen durch die Trümmer, um Verschüttete aufzuspüren.

Vor allem die Stadt Hualien war betroffen - die Zerstörung war beträchtlich. Straßen wurden aufgerissen, ein mehrstöckiges Haus kippte und musste mit Stahlträgern gesichert werden. "Ich war geschockt, wie lange das Beben dauerte", sagte Ching-ting Huang aus Hualien.

Eines der Opfer, ein 66-jähriger Mann, wurde in einem Wohnhaus gefunden, eine 60-jährige Frau starb im eingestürzten Erdgeschoss des "Marshal Hotel". Ein Arbeiter, der im Keller des Gebäudes verschüttet wurde, sagte: "Am Anfang war es nicht so heftig, wir haben so etwas die ganze Zeit und es ist nicht schlimm. Aber dann wurde es furchteinflößend", sagte Chen Ming-hui nach seiner Rettung. "Es war wirklich gruselig."

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Erdbeben in Taiwan: Hualien in Trümmern

Die Rettungsarbeiten sind im vollen Gang. Die Einsatzkräfte nutzten Leitern, Seile und Kräne um die Verletzten aus den Trümmern zu ziehen. Eine Frau aus Südkorea bedankte sich überschwänglich, nachdem Retter sie nach zehn Stunden mit nur leichten Verletzungen aus den Trümmern gezogen hatten. Präsidentin Tsai Ing-wen hat sich in die Krisenregion begeben.

Auf Twitter verbreitete Fotos zeigen aufgerissene Straßen. In Hualien leben etwa 100.000 Menschen. 40.000 Haushalte waren ohne Wasser, etwa 1900 ohne Strom. Nachbeben der Stärke 5 erschütterten die Region. Die Menschen wurden in Notunterkünften untergebracht, unter anderem in einem neu errichteten Baseballstadion, das mit Betten ausgestattet wurde.

Bei einem Erdstoß mit ähnlicher Stärke vor zwei Jahren waren in Taiwan mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Mehrere Hochhäuser waren eingestürzt. Die Behörden machten Pfusch am Bau und nicht eingehaltene Vorschriften zum Erdbebenschutz mitverantwortlich.

In der Nähe von Taiwan treffen zwei tektonische Platten aufeinander, auf der Insel bebt immer wieder die Erde. Ein Beben der Stärke 7,3 erschütterte Taiwan im September 1999. Damals starben mehr als 2400 Menschen.

ala/dpa/Reuters/AP



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