A4 bei Erfurt Reisebus mit Kindern verunglückt - Fünfjähriger stirbt

Bei einem Überholmanöver auf der A4 bei Erfurt ist ein Reisebus umgekippt. Ein kleiner Junge starb. Mindestens fünfzehn Kinder wurden schwer verletzt.

Unfall bei Erfurt: Ein Toter, viele Verletzte
DPA

Unfall bei Erfurt: Ein Toter, viele Verletzte


Ein Reisebus mit 60 Kindern und Jugendlichen ist am Nachmittag auf der A4 bei Erfurt verunglückt. Laut Polizei stürzte der Bus nach einem Überholmanöver um. Ein fünfjähriger Junge kam den Angaben zufolge ums Leben. Mindestens 15 Insassen wurden schwer verletzt.

Der in Österreich zugelassene Bus war laut Polizei in Richtung Dresden unterwegs, als er einen Lastwagen überholte und beim Einscheren auf die rechte Spur von der Fahrbahn abkam. Dabei fuhr er eine Böschung hinauf und kippte um. Das Unglück ereignete sich zwischen den Anschlussstellen Erfurt Ost und Vieselbach.

Ob der Unfall auf einen Defekt am Bus oder einen Fahrfehler zurückgeht, war vorerst unklar. Die Polizei erhofft sich dazu nähere Erkenntnisse von einem Sachverständigen sowie Aussagen von Zeugen. Der Busfahrer wollte sich zunächst nicht äußern.

Die Kinder und Jugendlichen stammen den Angaben zufolge aus der Erzgebirgsstadt Annaberg-Buchholz in Sachsen. Entsprechende Berichte von MDR und Radio Dresden bestätigte am Freitag der Schulleiter der Evangelischen Schulgemeinschaft Erzgebirge, Holger Schieck. Es heißt, die Schüler seien auf dem Rückweg von einer Sprachreise nach Großbritannien gewesen.

In dem Bus waren nach Angaben der Feuerwehr außerdem fünf Erwachsene. Ob auch sie verletzt wurden, war zunächst nicht klar. Laut Autobahnpolizei wurden zwei Schwerstverletzte mit Rettungshubschraubern in Krankenhäuser geflogen, die anderen schwer verletzten Kinder wurden in Krankenhäuser in Erfurt, Jena und Weimar gebracht. Die Autobahn wurde in Richtung Dresden gesperrt. Ein Großaufgebot von Rettungskräften war vor Ort.

In der Schule in Annaberg-Buchholz wurde nach Angaben von Schulleiter Schieck ein Krisenstab eingerichtet. Einige Eltern seien zunächst in der Schule betreut worden. "Andere haben sich auf den Weg nach Erfurt gemacht." Die unverletzten Kinder wurden dort in der Rettungswache der Feuerwehr betreut.

Thüringens Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) war noch am Nachmittag an die Unfallstelle gefahren. "Mein Mitgefühl gilt den Eltern des getöteten Jungen und den Familien der Verletzten", sagte er. Sein sächsischer Amtskollege Markus Ulbig (CDU) zeigte sich ebenfalls "fassungslos und zutiefst betroffen".

kis/ler/sun/dpa/AFP

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