Erfurt Thekenfahrrad-Unfall löst Massenschlägerei aus

In der Erfurter Innenstadt wurde ein dreijähriges Kind bei einem Unfall mit einem sogenannten Thekenfahrrad verletzt. Erboste Angehörige des Mädchens lieferten sich daraufhin mit den Teilnehmern des Junggesellenabschieds eine wüste Schlägerei.


Erfurt - Das dreijährige Mädchen wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht, wenig später mussten sich wahrscheinlich auch einige Erwachsene verarzten lassen: Am Samstagabend kam es gegen 18 Uhr in der Innenstadt von Erfurt zu einem Unfall mit einem sogenannten Thekenfahrrad.

Die höchstwahrscheinlich angeheiterten Teilnehmer eines Junggesellenabschieds, mehrere Frauen und Männer, hatten die Dreijährige mit ihrem rollenden Partytresen angefahren, berichtete die Polizei am Sonntag.

Nach dem Unfall stritt sich die Bike-Besatzung mit den erbosten Angehörigen des Mädchens, es kam zum Handgemenge, schließlich zu einer Massenschlägerei, Passanten mischten sich ein. Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa prügelten zeitweise bis zu 60 Menschen aufeinander ein.

Thekenfahrräder stehen immer wieder in der Kritik genervter Stadtbewohner. Wegen ihrer mangelnden Verkehrssicherheit sprach das Bundesverwaltungsgericht 2012 ein generelles Verbot der Spaßvehikel auf öffentlichen Straßen aus, mit Sondergenehmigungen dürfen die Fahrzeuge jedoch weiterhin betrieben werden.

Anmerkung der Redaktion: In früheren Versionen haben wir anstelle des Begriffes "Thekenfahrrad" die Bezeichnungen "Bierbike" bzw. "Partybike" verwandt, wogegen sich die jeweiligen Markenrechtsinhaber verwahrt haben. Aus Kulanz heißt es nun "Thekenfahrrad". Der Unfall geschah mit einem Fahrzeug einer anderen Firma.

bor/dpa

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endrag 06.07.2014
1. Optimale Hilfe
Damit haben die Angehörigen und Bierbikefahrer dem angefahrenen dreijährigen Mädchen optimal geholfen. Der Rettungsdienst muss ein erstklassig mit erster Hilfe versorgtes Kind und eine übersichtliche Situation angetroffen haben, um dem Mädchen schnell helfen zu können. Aus dem Artikel geht nicht hervor, ob auch die Angehörigen und Passanten alle stark angetrunken waren.
PeterLublewski 06.07.2014
2. Saufen, radeln und gröhlen
Die Frage ist: Warum dulden Gemeinden diesen Bierbike-Schwachsinn in Innenstädten? Saufen, radeln und gröhlen ließe es sich genauso gut in einem Industriegebiet.
dbrown 06.07.2014
3. Generelles Verbot,
aber mit Sondergenehmigung fahren dürfen? Was ist das schon wieder für ein Mist!? AN oder AUS. Danke, Staat!!!
spiozo 06.07.2014
4.
Also ich verstehe das nicht. Mich haben die Fahrer von so einem Bierbike in Berlin auf dem Alexanderplatz auch fast umgenietet. Die sind einfach auf dem Platz im Suff herumgerast. Warum dürfen die das?
see_it with_your_own_eyes 06.07.2014
5. Optional
Besoffen am Straßenverkehr teilbehmen und das mit Sondergenehmigung? Ohne Worte...
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