Erstaufnahme am Grenzweg Ein Jahr Flüchtlingsheim - und Mohammed heißt jetzt Lukas

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Ein Jahr lang haben wir jede Woche aus der Erstaufnahme am Grenzweg berichtet. Nun endet unsere Nahaufnahme aus dem Mikrokosmos Flüchtlingsheim. Wie ist es den Protagonisten ergangen?

Flüchtlingsheim am Grenzweg
  • Arnold Morascher
    Die Erstaufnahme Rahlstedt befindet sich am Rand eines Hamburger Gewerbegebiets. Eines Tages sollen hier 560 Flüchtlinge wohnen. Wie sieht ihr tägliches Leben aus? Wie funktioniert eine Erstaufnahme? Was verändert sich für die Nachbarn? Dieser Blog beschreibt Woche für Woche den Alltag einer großen Unterkunft und lässt Bewohner, Mitarbeiter, Anwohner zu Wort kommen.

Im weißen Reisebus mit der Aufschrift "Hansatours" verließen vor einem Jahr 86 Flüchtlinge ihre Notunterkunft, eine Turnhalle in Hamburg-Osdorf. Sie durchquerten die Stadt von Südwesten nach Nordosten und zogen in ihr nächstes Zuhause auf Zeit: die Erstaufnahme am Rahlstedter Grenzweg - ein Containerdorf, das an diesem Tag eröffnet wurde.

Am 9. Oktober 2016 berichteten wir über den Umzug. Damit begann das Blog "Flüchtlingsheim am Grenzweg", das ein Jahr lang Woche für Woche den Mikrokosmos einer Erstaufnahme beobachtete und der Frage nachging, wie Flüchtlinge in Deutschland leben und wie das Land mit ihnen lebt.

Im Verlauf dieses Jahres verfolgte das Blog die Schicksale verschiedener Bewohner, berichtete über die Arbeit der Malteser, die die Rahlstedter Erstaufnahme leiten, stellte dar, wie Geflüchtete versuchen, den Weg in die deutsche Gesellschaft zu finden, schilderte die Konflikte mit den Anwohnern und das Engagement der Ehrenamtlichen, begleitete die Menschen auf den manchmal gewundenen Wegen durch die Behörden, beobachtete ihre Anstrengungen, Wohnung und Arbeit zu finden, und beleuchtete Angebote zur Integration, vom Trommelkurs bis zum Musical.

Zur Autorin
  • Torsten Kollmer
    Marianne Wellershoff ist Autorin beim SPIEGEL und beschäftigt sich mit Themen aus Kultur und Gesellschaft. In diesem Blog berichtet sie aus dem Mikrokosmos einer Erstaufnahme. Sie geht der Frage nach, wie Flüchtlinge in Deutschland leben und wie das Land mit ihnen lebt.

Manche der Bewohner sind in dem Jahr aus der Erstaufnahme ausgezogen, wie der junge Syrer Safouh Hussain, der es bis zur Zulassung zum Studium schaffen wollte und dann doch knapp beim Deutschtest scheiterte. Auch die irakische Familie Rashid hat ein turbulentes Jahr hinter sich. Sie zog in eine Folgeunterkunft, dann in eine eigene Wohnung, zwei ihrer Kinder besuchen eine Rudolf Steiner Schule, die große Tochter möchte im nächsten Jahr den Ersten Schulabschluss machen und eine Ausbildung beginnen. Aber gleichzeitig bangen die Rashids der Verhandlung über ihren abgelehnten Asylantrag entgegen.

Der irakische Jeside Murad begann einen Film über seine Erfahrungen in Deutschland zu drehen, gab aber angesichts der Komplexität des Projekts irgendwann auf, fand eine Wohnung, musste sie wieder verlassen und in eine Folgeunterkunft ziehen. Nun ist er auf der Suche nach einer neuen Perspektive für sich.

Für einige der Menschen, über die dieses Blog berichtet hat, haben wir das vergangene Jahr in der Bildergalerie zusammengefasst:

Fotostrecke

7  Bilder
Ein Jahr Erstaufnahme: Menschen vom Grenzweg

Wer mehr wissen und die 52 Texte über ein Jahr Erstaufnahme nachlesen will, findet sie gesammelt auf dieser Themenseite.

Das Blog "Flüchtlingsheim am Grenzweg" ist damit abgeschlossen. Die Erstaufnahme in Hamburg-Rahlstedt hingegen wird es noch weiterhin geben, mindestens bis Oktober 2018. Vielleicht auch noch ein Jahr länger.

Dieses Blog beschreibt Woche für Woche den Alltag einer großen Flüchtlingsunterkunft und lässt Bewohner, Mitarbeiter, Anwohner zu Wort kommen.
Alle bisherigen Beiträge der Serie finden Sie hier.



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