Aufnahmestopp für Ausländer Deutlicher Spendenanstieg bei Essener Tafel

50.000 Euro mehr Spenden für die Essener Tafel: Laut Leiter Jörg Sartor wollten zahlreiche Unterstützer damit ihren Zuspruch für den vorübergehenden Aufnahmestopp für Ausländer ausdrücken.

Warteschlange vor der Essener Tafel
DPA

Warteschlange vor der Essener Tafel


Der vorübergehende Aufnahmestopp für Ausländer hat bei der Essener Tafel laut eigenen Angaben einen starken Anstieg der Geldspenden ausgelöst. Seitdem am 22. Februar bekannt wurde, dass die Hilfsorganisation vorübergehend nur noch Deutsche aufnimmt, habe sie rund 50.000 Euro mehr erhalten als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, sagte der Leiter der Tafel, Jörg Sartor, dem "Zeit-Magazin".

Vor allem im März habe es viele Spenden gegeben, bestätigte Sartor auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa. Aber auch jetzt träfen noch Überweisungen ein.

Es seien laut Sartor vor allem viele kleine Beträge, mit denen die Spender ihren Zuspruch für das Vorgehen der Tafel ausdrücken wollten, schreibt das "Zeit-Magazin". "Vielen Dank für Ihren Mut" oder "Durchhaltespende", heiße es beispielsweise in der Betreffzeile der Banküberweisung.

Bis Ende April seien beim Chef der Tafel außerdem mehr als 4.000 Emails von Bürgern aus ganz Deutschland eingetroffen, viele davon positiv - so erzählt es Sartor.

Gegenüber dem "Zeit-Magazin" sagte Sartor auch, dass er Hartz IV als "vorübergehende Grundversorgung für ausreichend" halte. "Wenn die Essener Tafel für immer die Türen schließt, verhungert in dieser Stadt kein Mensch."

Die Hilfsorganisation hatte rund drei Monate lang bis Anfang April Ausländer als Neukunden bei der Lebensmittelausgabe abgelehnt. Viele deutsche Kunden hätten sich durch das ruppige Auftreten der wachsenden Zahl von Ausländern in den Warteschlangen bedrängt gefühlt, hatte Sartor die Entscheidung begründet. Der Aufnahmestopp hatte eine heftige politische Debatte ausgelöst.

bbr/dpa

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