Etoliko in Griechenland "Als würden die Spinnen eine Party feiern"

Die Temperaturen sind ideal, es gibt viel Nahrung - also vermehren sich in der kleinen griechischen Stadt Etoliko Tausende Spinnen: Ein ganzer Uferabschnitt ist von ihren Netzen überzogen.

GIANNIS GIANNAKOPOULOS/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Anfang der Woche wurde Giannis Giannakopoulos erstmals auf die weißen Schleier aufmerksam. Dass es Spinnen in dieser Gegend gebe, sei ganz normal, niemand sei deshalb besonders besorgt, sagte er dem Sender CNN. "Aber so große Spinnweben habe ich noch nie in meinem Leben gesehen."

Giannakopoulos fotografierte die weißen Schleier in der kleinen Lagunenstadt Etoliko im Westen Griechenlands. Die Spinnennetze überziehen dort am Ufer Pflanzen und Boote, insgesamt über eine Strecke von rund 300 Metern. An einigen Stellen sieht man vor lauter Weiß gar nicht mehr, was sich darunter verbirgt.

Verantwortlich sind Experten zufolge die sogenannten Eigentlichen Streckerspinnen, die nicht größer als zwei Zentimeter werden. CNN sprach mit der Spinnen-Expertin Maria Chatzaki und ihren Angaben zufolge wird aus diesen Spinnennetzen häufig eine Art Schleier - unter dem sich Tausende Spinnen finden lassen. Das Phänomen habe sie bereits in der Vergangenheit beobachtet, sagte sie der griechischen Website "Newsit.gr".

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Dass es in Etoliko derzeit so viele dieser Spinnennetze gibt, führt auch der Biologe Fotis Pergantis auf das Klima zurück, wie CNN berichtet. Demnach seien die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit derzeit ideal für eine bestimmte Sorte von Mücken, sie vermehrten sich rasant - und dienten den Spinnen als Nahrung.

Viel Nahrung, viele Spinnen, so Pergantis' Schlussfolgerung. Chatzaki formulierte es gegenüber "Newsit.gr" wie folgt: "Es ist, als würden die Spinnen diese Bedingungen ausnutzen und eine Art Party feiern. Sie paaren sich, vermehren sich und schaffen eine neue Generation."

Die Party wird allerdings nicht mehr allzu lange dauern. Sobald die Temperaturen wieder fallen wird sich den Experten zufolge zunächst die Anzahl der Mücken verringern - und dann auch die der Spinnen. Beide sind übrigens für den Menschen nicht gefährlich.

aar



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