Evangelische Kirche: Ilse Junkermann zur Bischöfin gewählt

Ilse Junkermann ist die erste Bischöfin der neugegründeten Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Sie konnte sich erst im dritten Wahlgang gegen ihren Konkurrenten durchsetzen. Als wichtigste Herausforderung nannte Junkermann das Zusammenführen der Landeskirche.

Wittenberg - Die Stuttgarterin wurde am Samstag in Wittenberg auf der Landessynode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) gewählt. Sie setzte sich gegen den Hessen Thomas Zippert durch. Junkermann wird ihr Amt in Magdeburg Ende August antreten. Als wichtigste Herausforderung ihres neuen Amtes nannte sie das Zusammenwachsen der neuen Landeskirche.

Ilse Junkermann: Die 51-Jährige wurde zu Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland gewählt
DDP

Ilse Junkermann: Die 51-Jährige wurde zu Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland gewählt

Erst im dritten Wahlgang erreicht Junkermann die notwendige Mehrheit. Von den 94 Synodalen stimmten 76 für sie, 18 stimmten mit Nein. In den ersten beiden Runden hatte keiner der beiden Kandidaten die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit erhalten. Die bisherigen Bischöfe Axel Noack von der Evangelischen Kirchenprovinz Sachsen und Christoph Kähler von der Thüringischen Landeskirche waren nicht zur Wahl angetreten.

Junkermann habe "großen Respekt vor diesem Fusionsprozess, davor, dass diese Kirche auch loslassen kann von Altem", sagte sie. Es sei eine "weise Entscheidung" des Wahlausschusses gewesen, auch außerhalb der Landeskirche nach Kandidaten für das Bischofsamt zu suchen. Immerhin habe es während des Fusionsprozesses auch Konflikte und Verletzungen gegeben. Als Bischöfin könne sie ausgleichend wirken. Junkermann ist neben Margot Käßmann in Hannover und Maria Jepsen in Hamburg die dritte evangelische Bischöfin in Deutschland.

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland wurde aus der Kirchenprovinz Sachsen und der Thüringer Landeskirche gebildet. Ihr gehören rund 910.000 Mitglieder an. Sitz der neuen Bischöfin wird Magdeburg sein, dort soll sie am 29. August mit einem feierlichen Gottesdienst in ihr Amt eingeführt werden. Die EKM erstreckt sich über den größten Teil Sachsen-Anhalts und Thüringens sowie Gebiete in Sachsen und Brandenburg.

Die künftige Landesbischöfin sieht eine ihrer Hauptaufgaben in einem geistlichen Aufbruch. Die Debatten nach der Fusion der Kirchenprovinz Sachsen mit der Thüringer Landeskirche sollten beendet werden. Junkermann wurde 1957 in Dörzbach/Jagst in Baden-Württemberg geboren. Nach dem Theologie-Studium in Tübingen und Göttingen übernahm sie Pfarrstellen in Horb am Neckar und Stuttgart. Von 1994 an war sie als Studienleiterin für Pastoraltheorie und Predigtlehre am Pfarrseminar in Stuttgart-Birkach tätig.

Seit 1997 arbeitet Junkermann im Oberkirchenrat in Stuttgart, wo sie das Dezernat Ausbildung und Personal leitet. Ehrenamtlich engagiert sie sich in der Asyl- und Migrantenarbeit. Junkermann ist geschieden und hat einen erwachsenen Sohn.

rom/ddp/dpa/AP

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