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Extreme Wildschwein-Plage: Bauern bitten um militärische Hilfe

Soll die Bundeswehr auf Wildschweine schießen? Der Bauernverband Rheinland-Pfalz fordert genau das - weil die Tiere Äcker und Felder verwüsten. "Mit normalen Jagdmethoden ist das Problem nicht mehr zu lösen."

Wildschweine: "Sollen vielleicht Tornado-Kampfjets zum Einsatz kommen?" Zur Großansicht
dpa

Wildschweine: "Sollen vielleicht Tornado-Kampfjets zum Einsatz kommen?"

Mainz - Die Forderung klingt absurd, doch sie hat einen ernsten Hintergrund. Weil gefräßige Wildschweine Äcker und Felder verwüsten, hat der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd um militärische Hilfe gebeten. Die Bundeswehr müsse auf die Tiere schießen, verlangte Bauernpräsident Norbert Schindler am Freitag. "Mit normalen Jagdmethoden ist das Problem nicht mehr zu lösen."

Schindler, der auch CDU-Bundestagsabgeordneter ist, forderte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad (SPD) auf, umgehend die Zwangsbejagung in den besonders betroffenen Gebieten in der Nord- und Westpfalz anzuordnen. Andernfalls drohten den betroffenen Landwirten enorme Schäden.

Bundeswehrsoldaten im Kampf gegen eine Wildschweinplage? Ist das überhaupt legal?

Beim Landesjagdverband Rheinland-Pfalz zeigt man sich empört über die Forderung der Bauern. "Wir wollen keinen Krieg gegen Wildtiere", erklärte Jäger-Präsident Kurt Alexander Michael am Sonntag. "Sollen vielleicht Tornado-Kampfjets oder Leopard-Panzer zum Einsatz kommen?"

Michael beklagte, dass "buchstäblich mit Kanonen auf Spatzen beziehungsweise auf Wildschweine geschossen" werde. Die Jagd auf sämtliches Wild müsse "in den bewährten Händen der Jäger bleiben". Falls es tatsächlich zu Ernteschwierigkeiten komme, dann liege dies vermutlich am schlechten Wetter - und nicht am Schwarzwild.

Ohnehin ist ein Bundeswehreinsatz gegen Tiere äußerst fragwürdig: Laut Grundgesetz sind Angriffskriege verfassungswidrig.

wal/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 177 Beiträge
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1. Lächerlich und schädlich
Hartmut Dresia, 29.08.2010
Der Bauernverband macht sich nicht nur lächerlich mit seiner Forderung, Milität gegen Wildschweine einzusetzen, er schadet auch sich selbst und der heimischen Wirtschaft. Zum einen sollen Verbraucher, was sicherlich sinnvoll ist, auf den Einkauf von Nahrungsmitteln aus heimischer Produktion achten und tun das auch (Verbraucher achten beim Einkauf von Geflügelfleisch auf die deutsche Herkunft (http://www.kumran.de/verbraucher-achten-beim-einkauf-von-gefluegelfleisch-auf-die-deutsche-herkunft/)). Zum anderen stellen sich diese Produzenten zum Teil als nicht ganz zurechnungsfähig dar. So schafft man kein Vertrauen.
2. oink
rohfleischesser 29.08.2010
"Laut Grundgesetz sind Angriffskriege verfassungswidrig." Hat der Autor etwas getrunken? Es geht um den Bundeswehreinsatz im Innern, der verfassungswidrig ist. Wegen der Angriffskriege kann die Bundeswehr lediglich den Tankstellenpächtern nahe der polnischen und tschechischen Grenze nicht aushelfen, denen ein paar Raketen auf die grenznahe Preisdrücker-Konkurrenz genauso gut gefallen würde. Sommerloch-Thema...
3. Interessanter Vorschlag!
hightimes 29.08.2010
*Die Jagd auf sämtliches Wild müsse "in den bewährten Händen der Jäger bleiben". * Pfründe, ich seh' dich schw(e)inden! *Laut Grundgesetz sind Angriffskriege verfassungswidrig.* Was wäre es denn, wenn nicht Verteidigung?
4. Hunger auf Wildschwein
buzzi 29.08.2010
Zitat von sysopSoll die Bundeswehr auf Wildschweine schießen? Der Bauernverband Rheinland-Pfalz fordert genau das - weil die Tiere Äcker und Felder verwüsten. "Mit normalen Jagdmethoden ist das Problem nicht mehr zu lösen." http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,714475,00.html
Wieso? Die Schweine haben uns doch angegriffen! So bekommt die Biwak-Grundausbildung endlich realistische Züge. Und die Gulaschkanone (Feldkocherd) hat auch was zu tun. Das spart Steuern und bieten den Rekruten eine deftige Mahlzeit.
5. Angriffskrieg
barrakuda 29.08.2010
Ein Einsatz der Bundeswehr wäre kein Angriffskrieg, sondern ganz klar ein Verteidigungsfall. Die Wildschweine hätte ja auch einfach im Wald bleiben können.
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