Verschollenes Fabergé-Ei Der Schatz des Schrotthändlers

Ein amerikanischer Schrotthändler hat den Fund seines Lebens gemacht: In der Annahme, er könnte mit dem Kauf eines Eis einen kleinen Gewinn erzielen, schlug er auf einem Antiquitätenmarkt zu - jetzt entpuppte sich das Stück als eines der acht verschollenen Fabergé-Eier.


London - Mit diesem ungewöhnlichen Fund hatte ein amerikanischer Schrotthändler im mittleren Westen der USA sicher nicht gerechnet. Für umgerechnet 10.000 Euro kaufte er auf einem Antiquitätenmarkt ein aufwendig verziertes Ei. Mit dem Weiterverkauf des Goldes aus dem Inneren des Stücks hoffte er, einen kleinen Gewinn erzielen zu können.

Als er zu Hause im Internet auf einen Artikel über ein kaiserliches Fabergé-Ei stieß, dämmerte ihm, was für einen Fund er da gemacht haben könnte. Er wandte sich an die Fabergé-Expertin Kieran McCarthy des Londoner Juwelierhauses Wartski. Und tatsächlich: Sie konnte die Echtheit des Eis bestätigen.

"In der Sekunde, als ich es sah, lief mir ein Schauer den Rücken runter", sagte die Expertin, die sich auf russische Kunst spezialisiert hat. Für Sammler sei dieses Ei der "Heilige Gral". Wartski vermittelte das Ei zum Verkauf an einen Sammler weiter. Der Verkaufspreis wurde nicht bekanntgegeben. Auch der glückliche Schrotthändler will anonym bleiben.

Tatiana Zherebkina, eine Sprecherin von Fabergé sagte, die Experten scheinen sich einig zu sein, dass das Ei ein Original ist und aus der Kaiserzeit stammt - es ist eines von acht vermissten Eier.

An jedem Osterfest ein Ei

Die mit Diamanten und Rubinen verzierten Fabgergé-Eier sind weltweit begehrte Sammlerstücke. 2007 wurde bei Christie's in London ein Fabergé-Ei aus dem Besitz der Familie Rothschild zum Rekordpreis von umgerechnet 12,5 Millionen Euro an einen russischen Sammler verkauft.

Es wird unterschieden zwischen kaiserlichen Fabergé-Eiern, die vom Kaiser persönlich in Auftrag gegeben wurden und nicht-kaiserlichen Eiern. 1885 bestellte der russische Kaiser Alexander III. das erste Ei bei seinem Hofjuwelier Carl Fabergé. Seitdem schenkte er jedes Jahr zu Ostern seiner Frau, Kaiserin Maria Feodorowna ein Ei. Das nun aufgetauchte Ei überreichte er seiner Gemahlin 1887.

Im Inneren des Eis befindet sich eine Uhr des Luxus-Uhrmachers Vacheron Constantin. 50 Fabergé-Eier wurden offiziell für die Zaren-Familie gefertigt. Nach der russischen Revolution galten acht Eier als verschollen - jetzt sind es nur noch sieben.

Vom 14. bis 17. April wird das Fabergé-Ei im Wartski-Showroom in London zu sehen sein - das erste Mal seit 112 Jahren.

som/AFP



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