Früherer US-Außenminister Powell nennt Zimmerman-Freispruch "fragwürdig"

Nachbarschaftswächter George Zimmerman erschoss den schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin, ein Gericht in Florida sprach ihn frei. Der frühere US-Außenminister Powell bezeichnete die Entscheidung nun als fragwürdig. Von Präsident Obama erhofft er sich mehr Leidenschaft im Umgang mit Rassismus.

AP/CBS News

Washington - Der frühere US-Außenminister Colin Powell hat sich kritisch zum Freispruch des Nachbarschaftswächters George Zimmerman geäußert. Das Urteil werde als fragwürdige Entscheidung des Justizsystems von Florida gesehen werden, sagte Powell laut "Los Angeles Times" am Sonntag dem TV-Sender CBS. Aber er sei nicht sicher, ob diese Wahrnehmung von Dauer sei. Diese Fälle, so Powell, erregten kurz großes Aufsehen - und dann seien sie vergessen.

George Zimmerman war für eine Bürgerwehr auf Patrouille, als er im Februar 2012 den schwarzen Teenager Trayvon Martin erschoss. Ein Gericht in Florida sprach ihn im Juli frei. Zimmerman hatte sich auf Notwehr berufen. Die Jury folgte dieser Rechtsauslegung. Zimmerman sei weder des Mordes noch des Totschlags an dem unbewaffneten Jugendlichen schuldig.

Laut "Los Angeles Times" forderte Powell von Präsident Obama, sich stärker dem Thema Rassismus zu widmen. Er wolle ihn in dieser Frage gerne leidenschaftlicher sehen, sagte der 76-Jährige.

Vielleicht so wie wenige Tage nach dem Urteil, als Obama in einer Rede ausführlich die Benachteiligung von Afroamerikanern im modernen Amerika ansprach - und dabei auch nicht vor persönlichen Schilderungen zurückschreckte.

hut

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