Kritik an Unionsparteien Kardinal Marx fordert Familiennachzug für Flüchtlinge

Kardinal Reinhard Marx hat die Asylpolitik von CDU und CSU kritisiert. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz sprach sich für den Familiennachzug von Flüchtlingen aus - und gegen eine Obergrenze.

Kardinal Reinhard Marx
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Die christlichen Volksparteien bekommen für ihre Vorschläge zur Asylpolitik Kritik aus der Kirche. Wer auf Dauer in Deutschland bleibe oder geduldet sei, müsse seine engsten Familienangehörigen zu sich holen können, forderte Kardinal Reinhard Marx vor Journalisten in Berlin. "Familiennachzug ist für uns ein sehr entscheidender Punkt", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz.

CDU und CSU hatten sich dagegen darauf verständigt, dass der Familiennachzug für Flüchtlinge mit dem eingeschränkten subsidiären Schutz ausgesetzt bleiben solle. Dies stößt vor allem bei den Grünen auf Widerstand.

Obergrenze "nicht hilfreich"

Der katholische Bischof Marx wandte sich zudem erneut gegen eine Obergrenze für Flüchtlinge. Ein solcher Begriff sei "nicht hilfreich", sagte er. Das Asylrecht könne nicht begrenzt werden. Zahlen seien in diesem Zusammenhang "irgendwie fiktiv".

CDU und CSU hatten sich nach einem rund zwei Jahre schwelenden Streit darauf verständigt, dass künftig nicht mehr als 200.000 Flüchtlinge im Jahr in Deutschland aufgenommen werden sollen. Das Grundrecht auf Asyl soll aber unangetastet bleiben. In dem Kompromisspapier taucht das Wort "Obergrenze" nicht auf.

Marx machte zugleich deutlich, dass er nicht grundsätzlich gegen das Bemühen sei, die Zahl der Zuwanderer zu begrenzen. Es sei nicht die Position der Kirche, alle Menschen sollten nach Deutschland kommen. Es gehe darum, wie die Zuwanderung humanitär gestaltet werden könne.

jpz/AFP



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