Gewalt und Brände in Flüchtlingsunterkünften Zwei Asylbewerber in Lebensgefahr

Bis zu 20 Flüchtlinge sind in einem baden-württembergischen Schulzentrum mit Besen und Pfannen aufeinander losgegangen. Zwei von ihnen schweben in Lebensgefahr.

Verkohlte Fassade einer Flüchtlingsunterkunft in Ingolstadt: Vier Personen im Krankenhaus
DPA

Verkohlte Fassade einer Flüchtlingsunterkunft in Ingolstadt: Vier Personen im Krankenhaus


Bei einer Auseinandersetzung unter Asylbewerbern in einer baden-württembergischen Flüchtlingsunterkunft sind zwei Menschen lebensgefährlich verletzt worden. Eine dritte Person wurde leicht verletzt.

Wie die Polizei mitteilte, waren in der Stadt Backnang bis zu 20 Menschen in einem Schulzentrum in Streit geraten und mit Besen, Pfannen und anderen Gegenständen aufeinander losgegangen. Zwei der Beteiligten wurden mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Warum es zu dem Streit kam, war zunächst unklar. Laut Polizei dauern die Ermittlungen noch an.

Aggressionen mündeten auch in anderen Städten mitunter in brutale Gewalt. Bei einem Versuch von Selbstjustiz unter wütenden Flüchtlingen in Thüringen wurden auch Polizisten attackiert. Bewohner der Unterkunft bewarfen sie im thüringischen Ohrdruf mit Steinen, als sie einen unter Missbrauchsverdacht stehenden 29-jährigen Iraker abführen wollten. Andere Heimbewohner versuchten, den mutmaßlichen Täter in ihre Gewalt zu bringen, um selbst Rache an ihm zu üben. Gegen drei beteiligte Flüchtlinge wurde Anzeige wegen Landfriedensbruchs und versuchter Gefangenenbefreiung erstattet, gegen den Iraker Haftbefehl erlassen.

Auch wieder Brände in Unterkünften

Bereits am Donnerstag brach in Ingolstadt aus unbekannter Ursache in einem Zimmer einer Flüchtlingsunterkunft ein Feuer aus. Diese wird von rund 100 Flüchtlingen bewohnt. Vier Personen wurden mit Rauchgasvergiftungen in ein Krankenhaus eingeliefert.

Ebenfalls am Donnerstagabend waren in Hamburg-Harburg Flüchtlinge aus Eritrea und dem Irak aus unbekanntem Grund aneinandergeraten. Dabei griffen sich rund 30 bis 40 Asylbewerber teilweise mit zerlegten Bettgestellen an. Die Polizei war mit 15 Streifenwagen im Einsatz und nahm drei Menschen kurzzeitig in Gewahrsam. Verletzte gaben sich der Polizei nicht zu erkennen.

In einer Unterkunft in Hamburg-Neugraben kam es der Polizei zufolge am Donnerstagnachmittag bei der Kleidungsausgabe zu einem Streit zwischen einem Afghanen und einem Iraker. Daraufhin stritten sich 50 bis 60 Menschen. Zwei Menschen wurden festgenommen. Verletzte gab es nicht.

18 Streifenwagen für eine Schlägerei

In Mannheimer lieferten sich Flüchtlinge im Alter von 14 bis 17 Jahren aus Syrien und Afghanistan eine Schlägerei, bei der sieben Beteiligte verletzt wurden. Die Polizei rückte am Donnerstagabend mit 18 Streifenwagen an, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdiensts wurde verletzt, vier Jugendliche kamen mit Rettungswagen in Krankenhäuser. Warum die Schlägerei ausgebrochen war und wie viele Beteiligte es gab, war zunächst unklar.

In einer Notunterkunft in Schwerin-Lankow prügelten sich sechs Flüchtlinge in der Nacht zum Freitag. Ein 29-Jähriger wurde dabei leicht verletzt. Auslöser sei nächtlicher Lärm gewesen, sagte ein Polizeisprecher.

In Flüchtlingsunterkünften hatten sich in den vergangenen Tagen immer wieder Bewohner untereinander geprügelt. Einem Polizeisprecher zufolge kommt es gerade dort oft zu Streitereien, weil viele Menschen unter einfachsten Bedingungen auf engstem Raum leben müssen.

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kry/dpa

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