Schlagkräftige Stewardessen in China Mit Kung-Fu gegen den Terror

In China lernen Flugbegleiter jetzt Kung-Fu: Mit "18 Anti-Terror-Kampfgriffen der zivilen Luftfahrt" sollen sie sich im Notfall gegen Terroristen verteidigen können. Auch Betrunkene könnten von den Kampfkunst-Stewardessen in Schach gehalten werden.

Flugbegleiter in einem nachgebauten Airbus A330: Kung-Fu zur Terrorabwehr
picture alliance/ imaginechina

Flugbegleiter in einem nachgebauten Airbus A330: Kung-Fu zur Terrorabwehr


Chengdu - Mit chinesischen Stewardessen sollte man es sich in Zukunft nicht mehr verscherzen. Künftig lernen diese nämlich nicht nur, wie man Kaffee serviert und im Notfall Flugzeuge evakuiert, sondern auch, mit welchen Kampfkunsttechniken sie sich gegen Terroristen und andere unliebsame Fluggäste durchsetzen können.

Wie die Tageszeitung "China Daily" berichtet, werden die 20.000 angehenden Flugbegleiter am Sichuan Southwest Vocational College of Civil Aviation, einem Trainingszentrum im chinesischen Chengdu, ab sofort in speziellen Kung-Fu-Kursen ausgebildet. Hintergrund sei die zunehmende Terrorgefahr im Luftverkehr.

An Bord eines Flugzeuges sei es unmöglich, Feuerwaffen zu benutzen, sagt Tu Tengyao, ein Ausbilder am Trainingszentrum und Sohn des legendären Kung-Fu-Meisters Ye Wen dem Online-Magazin "Mashable". Deshalb müsse das Kabinenpersonal sich auf die eigenen Fähigkeiten verlassen können. Der Kung-Fu-Lehrer konzipierte für das Trainingszentrum in Chengdu einen speziellen Kurs mit dem Titel "Die 18 Anti-Terror-Kampfgriffe der zivilen Luftfahrt".

Schlagkraft gegen Betrunkene

Die Kung-Fu-Kenntnisse sollen den Flugbegleitern auch im Umgang mit problematischen Fluggästen helfen. Erst jüngst beklagte die Vereinigung "International Air Transport Association" an Bord von Flugzeugen die zunehmende Zahl von Zwischenfällen, vor allem in Verbindung mit alkoholisierten Fluggästen.

Die Kampfkunstidee ist nicht neu. Schon 2011 ließ die Fluggesellschaft Hong Kong Airlines ihr Kabinenpersonal in Wing Chun, einer Art des Kung-Fu, ausbilden, wie die Zeitung "South China Morning Post" berichtet. Wing Chun zeichnet sich durch kurze Bewegungen und seinen Fokus auf den Nahkampf aus: ideal für enge Umgebungen wie das Innere von Flugzeugen.

vez



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insgesamt 15 Beiträge
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schreiberausthür.89 23.06.2014
1. Gute Idee
Diese Idee ist garnicht so schlecht. Das könnte auch für westliche Airlines eine Verbesserung der Sicherheit mit sich bringen. Noch wichtiger sind jedoch gute Erste- Hilfe- Kenntnisse der Stewardessen.
miketh 23.06.2014
2. Mumpitz!
Wer Selbstverteidigung auf 18 Techniken reduziert, hat keinen Bezug zur Realität, sondern ist nur auf Vermarktung aus. Einmal im Leben einen Kurs nach dem Motto "wenn er von rechts schlägt, dann mache genau das" reicht nie im Leben für eine effektive Selbstverteidigung. Theoretisch müsste man/frau das dauerhaft machen und mehrere Kampfsportarten parallel machen. Ich trainiere seit längerem Kickboxen und Jiu-Jitsu und trotz meines nicht gerade schmächtigen Körperbaus wischen schwächere, kleinere Kollegen mit mehr Erfahrung regelmäßig mit mir den Boden auf. Beste Grüße
hdudeck 23.06.2014
3. Unter welcher Illusion leiden die
Zitat von sysoppicture alliance/ imaginechinaIn China lernen Flugbegleiter jetzt Kung-Fu: Mit "18 Anti-Terror-Kampfgriffen der zivilen Luftfahrt" sollen sie sich im Notfall gegen Terroristen verteidigen können. Auch Betrunkene könnten von den Kampfkunst-Stewardessen in Schach gehalten werden. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/flugbegleiter-in-china-lernen-kung-fu-zur-terrorabwehr-a-976959.html
Entscheidungstareger eigentlich. Jeder, der selbst eine Kampfsportart betreibt weiss, das mit einem "Kurs" gar nichts als falsche Selbstsicherheit und Selbstueberschaetzung erzeugt wird. Wer schon einmal versucht hat, einem "Erwachsenen" so etwas zu vermitteln weiss, das viele Erwachsene noch nicht einmal Geradeaus gehen oder eine Abfolge von Griffen einhalten koennen. Dazu benoetigt es hunderte, wenn nicht tausende von Wiederholungen. Gerade Betrunkene, wenn agressiv, sind gefaehrlich, nicht nur weil die unkontrolliert handeln und die Hemmschwelle herabgestzt ist, sondern auch weil die Schmerzgrenze deutlich verschoben ist. Wenn dann ein "eingewiesener" Kursteilnehmer meint, seinerseits die "Gefahr" durch koerperliche Gewalt zu beheben (denn hier wird die Hemmschwelle auch deutlich herrabgesetzt), kann es schnell zur Escalation fuehren.
irobot 23.06.2014
4.
Zitat von hdudeckEntscheidungstareger eigentlich. Jeder, der selbst eine Kampfsportart betreibt weiss, das mit einem "Kurs" gar nichts als falsche Selbstsicherheit und Selbstueberschaetzung erzeugt wird. Wer schon einmal versucht hat, einem "Erwachsenen" so etwas zu vermitteln weiss, das viele Erwachsene noch nicht einmal Geradeaus gehen oder eine Abfolge von Griffen einhalten koennen. Dazu benoetigt es hunderte, wenn nicht tausende von Wiederholungen. Gerade Betrunkene, wenn agressiv, sind gefaehrlich, nicht nur weil die unkontrolliert handeln und die Hemmschwelle herabgestzt ist, sondern auch weil die Schmerzgrenze deutlich verschoben ist. Wenn dann ein "eingewiesener" Kursteilnehmer meint, seinerseits die "Gefahr" durch koerperliche Gewalt zu beheben (denn hier wird die Hemmschwelle auch deutlich herrabgesetzt), kann es schnell zur Escalation fuehren.
Das kommt auf die Situation an. Gegen ausgebildete Terroristen wird man damit wohl eher das Gegenteil dessen erreichen, was beabsichtigt war. Bei Betrunkenen dagegen kann das schon etwas helfen, besonders wenn eine Frau zulangt. Denn die meisten Randalierer rechnen schlichtweg nicht mit so was und sind dann entsprechend perplex. Außerdem kann das dann dazu führen, dass bei anderen Männern der "Beschützerinstinkt" geweckt wird und die sich einmischen.
klaus64 23.06.2014
5. Nur Marketing
Seit Jahren fliegt in chinesischen Flugzeugen ausgebildetes männliches Sicherheitspersonal. Leicht erkennbar bei Inlandsflügen - junge Kerle erste Sitzreihe rechts in Zivil mit Zugangskarte um den Hals. U.U. auch noch weitere im übrigen Passagierbereich, wer weiß ?
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