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Fotos aus Nordkorea: Wenn die Maske fällt

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Der französische Fotograf Eric Lafforgue ist leidenschaftlicher Weltreisender. Seit 2008 fuhr er mehrmals nach Nordkorea. Die Bilder, die er dort machte, sind so verwirrend wie die Realität in der noch immer von der Außenwelt abgeschotteten Diktatur.

Fotos aus Nordkorea: Schlafender Soldat als Sicherheitsrisiko Fotos
Eric Lafforgue

Toulouse - Nordkorea ist ein seltsames Land. Eine der letzten Diktaturen des alten Typs, mit allen Absurditäten, die in einem Überwachungsstaat zum Alltag gehören. Der Franzose Eric Lafforgue wollte sich ein Bild machen von dem Unrechtsstaat, sein eigenes.

Der 49-Jährige fotografierte, was ihm vor die Linse kam: Gras sammelnde Hungernde, schlafende Soldaten, beleidigte Straßenmaler oder Teenager vor stromlosen Computern. So lange knipste er, bis man ihm die Einreise für immer verweigerte.

Die Liste der verbotenen Motive im Land ist lang, sie reicht von Soldaten und militärischen Anlagen bis zu unfertigen Gemälden oder Kindern bei der Arbeit. Auch lachende oder scherzende Menschen vor dem Porträt eines Kim Jong Il oder Kim Jong Un abzulichten, gilt als krimineller Akt.

"Im Norden des Landes habe ich schreckliche Armut und Hunger erlebt", berichtet der 49-Jährige. "In Pjöngjang, wo die politische Elite lebt, ist das schon anders."

"Alle haben mich erwartet, alles war perfekt vorbereitet"

Der Fotograf aus Toulouse reiste als Tourist, stets in Begleitung eines alerten Reisebegleiters, der ihm die offizielle Version dessen, was die Volksrepublik sein soll, vermittelte. Und in der gibt es weder Aids noch Hunger noch Mangelwirtschaft. Jedes Treffen mit Werktätigen, Bauern oder Kulturschaffenden war dementsprechend minutiös vorbereitet. "Alle haben mich erwartet, alles war perfekt vorbereitet."

Umso erschütternder seien die Momente gewesen, in denen tatsächlich mal jemand aus der Rolle fiel - etwa ein Gastgeber, der unvermutet krank wurde und völlig matt in seinem Haus auf dem Boden lag. "Das Gesundheitssystem ist marode, es hat wehgetan, dass man den Menschen nicht helfen konnte, ihnen noch nicht einmal Geld zukommen lassen konnte", so Lafforgue.

Der Besuch eines Waisenhauses habe ihn sehr traurig gemacht. Auf dem Weg zur Toilette habe er sich in den Fluren verlaufen und einen Blick auf die nicht für den offiziellen Besuch hergerichteten Zimmer werfen können. "Es war desolat, schmutzig, kalt, es fehlte an allem."

Es liegt Lafforgue am Herzen zu betonen, dass er viele sehr nette Menschen in Nordkorea getroffen hat. "Das sind doch nicht alles Roboter, wie es immer dargestellt wird!" Immer wieder wurde er auf der Straße fröhlich angesprochen, hat man ihn gebeten, ihn mit dem Handy fotografieren zu dürfen. Neugierig und offen seien viele Nordkoreaner gewesen, die er getroffen hat.

Die Schizophrenie des Überwachungsstaates aber bleibe. "Alle wissen, dass die offiziellen Parolen Lügen sind. Aber alle haben Angst, sich zu verplappern, dass einer der zahlreichen Spione sie anschwärzen könnte." Was hat ihn am meisten berührt? "Der Moment, wenn die Maske fällt und das mühsam konstruierte Bild der Welt zusammenbricht. Wenn die Menschen nur noch weinend auf dem Sofa sitzen."

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