Menschen in New York Ich jobbe hier nur, ich mach das nicht beruflich!

Der Fotograf Franck Bohbot hat in New York Menschen vor die Kamera geholt, die als Kellner jobben, als Nanny oder Büro-Assistentin. Ihr eigentlicher Beruf ist aber ein anderer. Raten Sie, welcher?

Franck Bohbot

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Sie schuften als Kellner, Zombie-Darsteller, oder verteilen Flyer - doch eigentlich wollen sie als Schauspieler auf der Bühne oder vor der Kamera stehen. Der Fotograf Franck Bohbot hat New Yorker Schauspieler getroffen, die nebenher in Teil- oder Vollzeit einen anderen Job machen, weil die Schauspielerei nicht ertragreich genug ist.

"Als ich 2013 in New York ankam, wurde mir klar, wie viele Künstler noch ein, zwei oder sogar drei weitere Jobs haben, um zu überleben", sagt Bohbot. Die hohen Lebenshaltungskosten in der Stadt lassen ihnen keine andere Möglichkeit. Der Fotograf beschloss, sich in seiner Serie auf die Gruppe der Schauspieler zu konzentrieren.

Der Autor Philippe Ungar unterstützte Bohbot bei seinem Projekt "I am An Actor" und führte Interviews mit den Porträtierten. Viele der Männer und Frauen würden durch ihre zweite Tätigkeit etwas für die Schauspielerei lernen, hätten aber auch oft Probleme, beides zu bewältigen. Die Diskrepanz zwischen vermeintlichem Traumjob und Realität sei groß, sagt Bohbot.

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Zombie oder Flyerverteiler: Zweitjobs von Schauspielern

Geeignete Kandidaten fand er über Freunde und Bekannte, auf der Straße sowie durch Castings - die Auswahl war groß. Bohbot fotografierte nicht in einem Studio, auf der Bühne oder am Set, sondern besuchte die Künstler an ihrer zweiten Arbeitsstelle - in Cafés, Kinderzimmern oder auf der Straße: "Ich lasse mich gern überraschen, wenn ich an einem Ort zum Fotografieren ankomme. Dann kann ich improvisieren."

Er ließ die Teilnehmer selbst auswählen, wie sie sich positionieren: "Weil sie Schauspieler sind, habe ich versucht, dass sie nicht spielen. Sie sollten sie selbst sein und sich nicht wie auf einer Bühne fühlen", sagt Bohbot. Im nächsten Jahr will er einen Bildband mit allen Porträtierten herausbringen - und so auf ihre schwierige Situation aufmerksam machen.



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