Frankreich Parlament stimmt für Verbot von Mager-Models

Sehr dünnen Models droht in Frankreich ein Berufsverbot: Die Nationalversammlung hat ein entsprechendes Gesetz beschlossen. Das muss allerdings noch durch den Senat - und die Mehrheit dort zeigt sich skeptisch.

AFP

Das französische Parlament will ausgemergelte Models von den Laufstegen verbannen. In erster Lesung hat die Nationalversammlung am Dienstag ein umstrittenes Verbot untergewichtiger Mannequins beschlossen. Es sieht vor, dass auf französischen Modenschauen oder bei Fotoshootings künftig keine Models mehr arbeiten dürfen, die einen bestimmten Body-Mass-Index unterschreiten.

Das Gesetz muss allerdings noch durch den Senat, den die oppositionellen Konservativen dominieren - die sehen das Berufsverbot für Mager-Models kritisch und sprechen von Diskriminierung.

Die Abgeordneten hatten den Passus vor anderthalb Wochen in den Gesetzentwurf zur Gesundheitsreform aufgenommen. Sie fürchten, dass extrem dünne Models ein falsches Körperbild vermitteln können. Wer trotz des Verbots extrem magere Models beschäftigt, dem würden bis zu sechs Monate Gefängnis und eine Strafe von 75.000 Euro drohen.

Das neue Gesundheitsgesetz sieht zudem vor, dass digital bearbeitete Fotos von Models, etwa in Werbeanzeigen von Zeitschriften, künftig mit dem Hinweis versehen werden, dass sie verändert wurden. Verstöße werden mit Geldstrafen von bis zu 37.500 Euro geahndet.

Modelagenturen in Paris hatten gegen das anvisierte Verbot mobil gemacht. Es sei falsch, Magersucht als seelisch bedingte Krankheit mit Schlankheit von Models gleichzusetzen, hieß es.

kis/dpa/AFP



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insgesamt 45 Beiträge
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Seite 1
quader 14.04.2015
1.
Natürlich gibt es Magersucht als Krankheit und das ist nicht schön. Aber wenn man in Statistiken schaut, wie groß ist die Anzahl der Magersüchtigen, wie groß ist die Anzahl der Übergewichtigen mit Krankheiten, die durch Übergewicht hervorgerufen werden. Ganz klar ist Übergewicht das Problem unserer Zeit! Wie groß ist der Volkswirtschaftliche Schaden durch Magersucht, wie groß der durch Behandlungskosten von Übergewichtigen (nur z.B. Diabetes). Und diese Kosten müssen von allen, auch den schlanken Menschen mitgetragen werden.
jujo 14.04.2015
2. ...
Es wird Zeit, das den Lagerfeldts dieser Welt ihre Grenzen aufgezeigt werden. Welche diese Abartigkeiten zum Ideal erklären!
gersois 14.04.2015
3. Schön,
dass sich die Abgeordneten wenigstens darin einig sind (wenn sie Wichtigeres eben nicht zustande bringen). Allerdings bin ich auch der Meinung, dass die krankhaft mageren Models auf Laufstegen und in der Werbung nichts zu suchen haben.
Dumme Fragen 14.04.2015
4. Gestern im TV...
irgendein Werbespot, erinnere mich nicht mehr woran, lauter dürre Mädchen waren darin zu sehen. Total unnatürlich!
Montanabear 14.04.2015
5. Ich glaube,
Zitat von quaderNatürlich gibt es Magersucht als Krankheit und das ist nicht schön. Aber wenn man in Statistiken schaut, wie groß ist die Anzahl der Magersüchtigen, wie groß ist die Anzahl der Übergewichtigen mit Krankheiten, die durch Übergewicht hervorgerufen werden. Ganz klar ist Übergewicht das Problem unserer Zeit! Wie groß ist der Volkswirtschaftliche Schaden durch Magersucht, wie groß der durch Behandlungskosten von Übergewichtigen (nur z.B. Diabetes). Und diese Kosten müssen von allen, auch den schlanken Menschen mitgetragen werden.
die Sprache ist nicht von "Schlanken", sonder von "Mageren", also krankhaft Dünnen. Wenn Sie das Bild betrachten, werden Sie den Unterschied deutlich erkennen. Im Gegensatz zu Uebergewichtigen sterben Menschen mit Anorexie schneller und jünger und sind so kein grosser Faktor in der Statistik.
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