Coffee to go Freiburg führt Mehrwegbecher ein

Tausende Pappbecher werden jeden Tag weggeschmissen, die Stadt Freiburg hat genug: Coffee to go wird nun in Mehrwegbechern verkauft - mit Pfand.

Mehrwegbecher aus Kunststoff: "FreiburgCup"
DPA

Mehrwegbecher aus Kunststoff: "FreiburgCup"


Vor der Arbeit schnell noch zum Bäcker und einen Kaffee to go mitnehmen - für viele gehört das zum alltäglichen Morgenritual. Danach wandert der Pappbecher mitsamt Plastikdeckel in den Mülleimer. 320.000 Coffee-to-go-Becher werden nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe stündlich in Deutschland verbraucht - pro Jahr macht das fast drei Milliarden. Die Stadt Freiburg will das Müllproblem nun anpacken und hat den Mehrwegbecher eingeführt.

"FreiburgCup" heißt der neue Mehrwegbecher, den es nun in 16 Cafés und Backshops in der Freiburger Innenstadt gibt. Auf dem beigefarbenen Plastikbecher ist die Skyline der Stadt in Grün zu sehen. Er ist aus spülmaschinenfestem Kunststoff und soll rund 400 mal benutzt werden können.

Das Prinzip ist einfach: Kaffeetrinker zahlen künftig einen Euro Pfand für den "FreiburgCup" und können ihn anschließend in den teilnehmenden Filialen wieder abgeben. Man hoffe, dass dies bei den Kaffeekunden gut ankomme, heißt es laut SWR von Seiten der Stadt Freiburg. Dann könne das Mehrwegsystem großflächig eingeführt werden.

Freiburg ist nicht die erste Stadt, die den Wegwerfbechern den Kampf angesagt hat: In Tübingen hatte es vor rund einem halben Jahr eine ähnliche Initiative namens "Tü-Go" gegeben. Ähnliche Versuche laufen in Berlin und in Rosenheim. Seit Anfang November gibt es in Hamburg das Projekt "Refill it!" - ein Mehrwegsystem für Kaffee zum Mitnehmen, bei dem die Kunden Rabatt bekommen, wenn sie zum Pfandbecher greifen. Und die Hamburger Umweltbehörde hat am Montag Mehrwegbecher im eigenen Haus eingeführt, wie der NDR berichtet.

Die Umweltbürgermeisterin von Freiburg erhofft sich von dem Projekt, einen Großteil des Mülls zu vermeiden. "Es ist nicht nur ein Freiburger Phänomen, dass in der Innenstadt immer mehr Pappbecher liegen und die Straßen vermüllen", sagt Gerda Stuchlik laut "Badischer Zeitung". In der Stadt allein fielen jährlich rund zwölf Millionen leere Pappbecher an. Mit dem neuen Pfandbecher seien "80 Prozent des Problems" gelöst. Der Deckel bleibe ein Wegwerfartikel - der Hygiene wegen.

kry

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