Verbot von Frida-Kahlo-Barbie Nur ein paar Haare zwischen den Brauen

Spielzeughersteller Mattel wollte die tote Malerin Frida Kahlo als Barbiepuppe vermarkten. Ihre Familie hat sich dagegen nun erfolgreich vor Gericht gewehrt - und kritisiert das Puppendesign.

AFP

Ausgerechnet Frida Kahlo: Die Vorkämpferin gegen die traditionelle Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern sollte als Barbie vermarktet werden. Ein mexikanisches Gericht hat dem US-Spielzeugkonzern Mattel nun untersagt, eine Puppe im Stil der mexikanischen Malerin zu verkaufen.

Kahlos Nachkommen hatten nach Angaben ihres Anwalts Pablo Sangri gegen Mattel geklagt, weil der Konzern die Kahlo-Puppe ohne Zustimmung der Familie der Künstlerin ins Programm genommen habe. Zusammen mit Flugpionierin Amelia Earhart und Mathematikerin Katherine Johnson wollte der Barbie-Hersteller Kahlo in der Reihe "inspirierende Frauen" verkaufen.

Das Gericht hob dem Anwalt zufolge nun aber hervor, dass allein Kahlos Nachfahren die Rechte an ihrem Bild besäßen. Der Verkauf der Puppe müsse sofort gestoppt werden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Angehörigen warten nun auf ein weiteres Urteil in Mexiko und wollen dann in den USA eine ähnliche Klage einreichen.

Familie: Keine authentische Darstellung

"Ich bin begeistert, ich denke, es wurde endlich Gerechtigkeit hergestellt", sagte Kahlos Großnichte Mara Romeo. Es gehe hier nicht nur um einen Rechtsstreit, sondern auch um die authentische Darstellung ihrer Großtante.

"Es hätte eine viel mexikanischere Puppe sein müssen, mit dunklerer Haut, zusammengewachsenen Augenbrauen, nicht so dünn", kritisierte Romeo. Mit ihrem schmalen Gesicht, Mandelaugen und nur ein paar Haaren zwischen den Brauen erinnert die Barbie tatsächlich nur entfernt an die echte Frida Kahlo.

Mattel hatte zuvor argumentiert, mit der Frida Kahlo Corporation zusammengearbeitet zu haben, die "alle Rechte besitzt". Das sah das Gericht nun anders.

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Umstrittene Puppe: Gericht verbietet Barbie-Abbild Frida Kahlos

Kahlo (1907 bis 1954) zählt zu den wichtigsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Bekannt sind insbesondere ihre Selbstporträts, auf denen sie sich blumengeschmückt und mit farbenfroher, traditioneller mexikanischer Kleidung darstellt.

apr/AFP



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