"Luft hat gerade noch gereicht" Warum ein mit Ketten gefesselter Mann in den Bodensee springt

Die Befreiung hat doppelt so lange gedauert wie geplant: Ein 35-Jähriger hat sich mit Ketten fesseln lassen - und im Bodensee unter Wasser befreit. Die Aktion hatte viele Zuschauer. Und eine ernste Botschaft.

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Jetzt bloß die Luft anhalten: Ein Zauberkünstler hat sich in Friedrichshafen gefesselt in den Bodensee gestürzt - und von allein unter Wasser befreit. "Letztlich hat mich dort etwas erwartet, was ich nicht vorhergesehen habe", sagte Mario Richter nach der Aktion, "ein sehr, sehr schlammiger Untergrund." Es habe daher länger als geplant gedauert, sich zu befreien. "Meine Luft hat gerade noch so gereicht."

Nach etwa einer Minute hatte es der 35-Jährige geschafft - und damit doppelt so lang wie geplant gebraucht. Richter wollte mit der Aktion Spenden für die Urmel Kinder-Krebshilfe aus dem Nachbarort Tettnang sammeln. "Wir haben selbst Krebsfälle in der Familie", sagte Richter, "dadurch entstand die Idee, Aufmerksamkeit mit einer Aktion zu schaffen, die spektakulär ist."

Richter arbeitet nach eigenen Angaben als Zauberer und Moderator und will mit Zaubershows weitere Spenden für krebskranke Kinder sammeln. Gefesselt war er unter Wasser nach eigenen Angaben an Armen, Händen und Füßen. Auch einen 21 Kilogramm schweren Bleigurt habe er getragen. Das Gewicht der Ketten, mit denen er gefesselt war, sei noch hinzugekommen.

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Aktion im Bodensee: "Meine Luft hat gerade noch so gereicht"

Die Herausforderungen unter Wasser gingen Richter zufolge weit über die Tatsache hinaus, dass er die Luft anhalten musste: Vor allem die Kälte im Bodensee sowie eine schlechte Sicht hätten ihm zu schaffen gemacht. Mit Zauberei habe das Entfesseln nämlich nichts zu tun: "Entfesselungskünstler arbeiten nicht mit Tricks", sagte er. Ein knappes Jahr lang habe er im Bodensee und in einer nahegelegenen Therme trainiert.

Unterstützt wurde der Zauberkünstler vor den Augen Hunderter Zuschauer von Sicherheitstauchern einer Tauchschule. Außerdem hatte er nach eigenen Angaben die Stadt Friedrichshafen, die Wasserschutzpolizei sowie das Landratsamt im Vorfeld von der Aktion informiert.

mxw/dpa



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